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"Wir würden gerne mehr über die Datenschutz­einstellungen von Windows 10 wissen"

Uhr | Aktualisiert
von Interview: Christoph Grau, Übersetzung: Daniele Giampà

Als Teilnehmerin beim Early-Adopters-Programm gehören die Vaudoise Versicherungen zu den wenigen Schweizer Unternehmen, die Windows 10 vor der Markteinführung getestet haben. Renaud Sériès, Arbeitsplatz-Architekt beim Versicherer, beschreibt seine Erfahrung als fortgeschrittener Nutzer.

Renaud Sériès, Arbeitsplatz-Architekt Vaudoise Versicherungen. (Quelle: Vaudoise Versicherungen)
Renaud Sériès, Arbeitsplatz-Architekt Vaudoise Versicherungen. (Quelle: Vaudoise Versicherungen)

Wann haben Sie sich dem Early-Adopters-Programm von ­Windows 10 angeschlossen?

Renaud Sériès: Im April 2014 haben die Vaudoise Versicherungen angefangen, die bestmögliche Erneuerung ihrer Computerflotte und ihrer IT-Management-Lösung zu planen. Das Unternehmen wünschte sich die Mobilität seiner Arbeitsplätze und die Erfahrung mit Touch-Technologien der Mitarbeiter zu verbessern sowie die Nutzung der Microsoft-Produkte wie Office 365 und SharePoint zu intensivieren und diese via SCCM zur Verfügung zu stellen. Die angekündigten Funktionen von Windows 10 haben uns motiviert, am Early-Adopters-Programm von Beginn an teilzunehmen. Dies war im Februar 2015. In diesem Rahmen hat Microsoft Schweiz regelmässige Treffen mit seinen Teams organisiert. Rund 30 Unternehmen in der Schweiz schlossen sich dem Programm an. Das Programm sieht sieben halbtätige Treffen zwischen den Early Adopters und den Teams von ­Microsoft Schweiz vor. Diese Sitzungen finden ungefähr alle sechs Wochen statt und dauern bis Dezember dieses Jahres.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Microsoft? Können Sie uns einen Einblick geben?

An jeder Sitzung versuchte Microsoft Schweiz, uns ein Höchstmass an Informationen zu Windows 10 zu vermitteln. Oft gab es ein Thema pro Sitzung. Unter anderem wurden das neue Startmenü, die neue Benutzeroberfläche und der neue Browser Edge thematisiert. Somit hatten wir die Gelegenheit, uns über die implementierten Funktionen von Microsoft in den Vorversionen zu äussern. Es gab auch Vorträge über Neuigkeiten, die speziell für Unternehmen vorgesehen waren. Wir hatten grosse Erwartungen, denn die Fachpresse verbreitete nicht viele Informationen zu diesem Thema. Bei dieser Gelegenheit führten wir auch eine Videokonferenz mit Chris Allum durch. Er ist Senior Product Manager bei Microsoft. Er ermöglichte uns einen Einblick, wie Microsoft die Sicherheit im neuen System implementierte. Das Early-Adopter-Programm hat es geschafft, uns an Sitzungen teilnehmen zu lassen, die auf dem Niveau der Microsoft-Ignite-Konferenz liegen – dies aber bequem von der Schweiz aus. Microsoft hat auch einen Platz auf seinem Social Network Yammer zur Verfügung gestellt, der den Early Adopters gewidmet war. Dort konnten wir Vorträge ansehen sowie Tipps und Erfahrungen austauschen.

Wie ist die Testphase für Windows 10 verlaufen?

Man kann wirklich von einer Testphase sprechen. Mit dem Windows-Insider-Programm stellte Microsoft sein neues Betriebssystem sehr früh zur Verfügung. Zu Beginn waren viele Funktionen nicht richtig funktionsfähig – oder gar nicht vorhanden. Angesichts des relativ schnellen Rhythmus’ der Aktualisierungen stellten wir danach allmählich einen klaren Fortschritt fest. Das Startmenü ist ergonomischer geworden, der neue Browser Edge und das Benachrichtigungszentrum wurden lanciert, und noch vieles mehr. Dieses Programm hat uns erlaubt, die Entwicklung des Systems genau zu ­verfolgen und unsere Feedbacks zu den Problemen, die wir feststellten, direkt weiterzugeben. Aktuell sind wir immer noch in der Pilotphase und warten auf weitere Funktionen, die im Verlauf dieses Jahres kommen ­werden.

Hatten Sie zu Beginn der Nutzung von Windows 10 Probleme?

Die erste Herausforderung war es, einen geeigneten Dienstleister zu finden, der über Erfahrungen mit solchen neuen Produkten verfügte. Bis zur Markteinführung von Windows 10 lag die Schwierigkeit bei der Integration darin, dass kontinuierlich neue Updates in die Vorversionen einflossen. Wir konnten uns auch auf eine sehr aktive Community stützen. Hier gab es viele Enthusiasten, die auf Twitter oder auf ihren Blogs über auftretende Probleme kommunizierten und ihre Tricks mitteilten. Auch Microsoft zeigte sich sehr aktiv. Wir hatten etwa vier Tage nach der offiziellen Marktein­führung des Produkts eine Fehlermeldung, als wir versuchten, die Gruppenstrategien für Windows 10 auf unseren Domain-Controllern zu ändern. Doch Microsoft hatte inzwischen auf seinem Portal Technet die Vorgehensweise zur Behebung des Problems bereits veröffentlicht.

Welche neuen Funktionen sind für Ihr Business die wichtigsten?

Die Mitarbeiter der Vaudoise Versicherungen nutzen bereits seit 2007 die Touch-Funktionen ihrer Laptops. Jüngste Entwicklungen unserer Arbeitsapplikationen verstärkten unsere Bedürfnisse in Bezug auf Touch-Technologien. In diesem Sinne verbessert Windows 10 ganz klar die Interaktion der Nutzer mit ihren Geräten. Die Mitarbeiter der Vaudoise Versicherungen sind sehr mobil. Ein Grossteil unserer Nutzer ist mit Tablet-PCs ausgestattet. Wir möchten die Mobilität verstärken, indem wir die gesicherte Verbindung unserer Mitarbeiter mit dem Direct Access vereinfachen und damit die aktuelle VPN-Lösung ersetzen. Diese Einfachheit für unsere Benutzer ist äusserst wichtig für den Zugang auf unsere Webapplikationen oder auf unsere Citrix-Plattform. Wir möchten auch via One­Drive for Business und Sharepoint die Verwaltung und Synchronisierung der Nutzerdaten modernisieren und vereinfachen. Sehr aufmerksam verfolgen wir auch die Entwicklung bei den Sicherheitsfunktionen.

Gibt es Funktionen, die Sie nutzen möchten, die aber noch nicht verfügbar sind?

Ja. Zum Beispiel der Aktualisierungsservice des Betriebssystems Windows Update for Business, die Rights Management Services oder auch der Appstore Windows Store for Business sind interessante Konzepte, über die wir aber nur wenige Information haben. Wir würden gerne auch eine Funktion nutzen, die unseren Benutzern Freiheit über ihre Geräte böte. Dies jedoch unter Beibehaltung der Kontrolle, der Integrität und der Sicherheit des Arbeitsplatzes. Wir würden es ebenso begrüssen, mehr über die Datenschutzeinstellungen von Windows 10 zu wissen und die Art und Weise, wie Microsoft die Daten seines Systems sammelt und verwertet.

Haben Sie bereits alle Ihre Arbeitsplätze auf Windows 10 migriert?

Gegenwärtig sind wir immer noch in der Pilotphase, und wir planen die Migration der Gesamtheit unserer Benutzer im Laufe des kommenden Jahres. Wir warten aktuell darauf, dass die Hersteller Produkte entwickeln, die für Windows 10 geeignet sind. Ich denke hier vor allem an den neuen Skylake-Prozessor von Intel oder Wigig, Wi-Fi Giga und Miracast, biometrische Authentifizierung sowie USB 3.0C.

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