ICT-Switzerlands Cebit-Pläne

"Die Cebit ist eine einmalige Chance“

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Im März 2016 wird die Schweiz Partnerland der Cebit sein. "Grüezi" wird ein oft gehörtes Wort heissen. Die Organisatoren des Schweizer Gastauftritts haben sich einiges vorgenommen.

ICT-Switzerland hat im Zürcher Impact Hub zusammen mit Vertretern der Deutsche Messe AG die Pläne für den Schweizer Cebit-Auftritt vorgestellt. Die Schwerpunkte an der weltgrössten ICT-Messe werden im kommenden Jahr die Megatrends Digitale Transformation und Internet of Things sein, wie Oliver Frese, Vorstand bei der Deutsche Messe AG, erklärte.

Die Wahl dieser Schwerpunkte verdeutlichte Frese durch Zahlen. Marktforschungen hätten ergeben, dass der Markt für Anwendungen im Gebiet des Internets der Dinge im Jahr 2019 1,7 Billionen US-Dollar zur globalen Wertschöpfung beitragen werde. Deshalb werde es in der Halle 13 einen neuen Schwerpunkt zum Thema geben. Aussteller werden verschiedene Anwendungsfälle zeigen, etwa Predictive Maintenance sowie Use Cases aus den Bereichen Gesundheitswesen und Versicherungen, wie Frese sagte.

Der Bereich Research und Innovation in Halle 6 wird ebenfalls überarbeitet. Neu gibt es einen Science Square, auf dem Forschungsprojekte präsentiert werden können. Insgesamt werden an 5 Messetagen 60 Projekte vorgestellt. In Halle 6 werden auch Schweizer Forscher ihre neuesten Ergebnisse zeigen, wie Frese weiter erklärte.

Neu ist auch das Rahmenprogramm: An der Cebit 2016 wird es "mehr Event", "mehr Party" und "mehr Inszenierung" geben, wie Frese ankündigte. Zur Welcome-Night auf dem Messegelände erwartet Frese 2000 Besucher.

Einmalige Chance

Ruedi Noser, Präsident des Branchenverbands ICT-Switzerland, sieht in dem Auftritt der Schweiz als Gastland eine "einmalige Chance" für die heimische ICT-Wirtschaft und dies gleich in mehreren Bereichen.

"Wir haben das Problem, dass wir keine eigene IT-Messe in der Schweiz durchführen können", sagte Noser. Denn die grossen Hersteller wollten nicht und die kleinen könnten den Aufwand nicht stemmen.

Die Lösung sieht Noser darin, die Messepräsenz der Schweizer Anbieter an der Cebit auszubauen. "Wir wollen quasi die Schweizer Messe in Hannover durchführen", sagte der ICT-Switzerland-Präsident. Dies sei ein gangbarer Weg und die Partnerschaft ein Meilenstein.

Für die Schweizer ICT-Community sei der grosse Auftritt auch aus einem weiteren Grund von Bedeutung: Deutschland sei der wichtigste Absatzmarkt für ICT-Produkte und Services "Made in Switzerland".

Zeichen gegen innen

Gemäss jüngsten Zahlen exportierte die Schweizer ICT-Branche Produkte im Gegenwert von 18 Milliarden Franken und Services für 12 Milliarden Franken, wie ICT-Switzerland-Geschäftsführer Andreas Kälin verdeutlichte. "Wenn es uns gelingt, Firmen rascher in den deutschen Markt zu bringen, ist das sicher ein grosser Vorteil", schloss Noser.

Der Cebit-Auftritt soll auch in die Schweiz hinein wirken. Schliesslich sei die ICT die sechstgrösste Branche der Schweizer Wirtschaft, sagte Noser. Mit einem Marktvolumen von 26 Milliarden Franken erzeugt die ICT-Branche laut Kälin die gleiche Wirtschaftskraft wie die Versicherungsbranche.

1500 Quadratmeter Swiss-ICT-Power

Bei so viel Begeisterung und Schwärmerei für den Cebit-Auftritt hätte man eigentlich mit einem Nachbau des Matterhorns in einer eigens angemieteten Halle rechnen können. Ganz so spektakulär wird es wohl nicht werden. Dennoch haben sich die Organisatoren einiges vorgenommen.

Herzstück des Schweizer Auftritts wird der Swiss Pavilion in Halle 6 sein. Dort wird auf 1500 Quadratmetern ein Querschnitt der Schweizer ICT-Wirtschaft präsentiert. Webagenturen wie Netcetera werben neben Swisscom und Ruag um Kunden. Darüber hinaus stellen mehrere Schweizer Hochschulen ihre jüngsten Entwicklungen vor.

Der Auftritt wird ergänzt durch ein dichtes Rahmenprogramm. Am Montag lädt der "Cebit Switzerland Summit" ein, gefolgt von der "Welcome Night". Eine weitere Möglichkeit für das Networking wird sich Besuchern und Ausstellern an der "Swiss Pavilion Executive Reception" bieten. Am Messe-Dienstag wird der künftige Bundespräsident beziehungsweise die neue Bundespräsidentin seine/ihre Aufwartung machen, gemeinsam mit dem Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland Sigmar Gabriel. Auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird zugegen sein.

Das detaillierte Programm wird fortlaufend aktualisiert und kann auf der Website von ICT-Switzerland eingesehen werden.

Unterstützung für Start-ups

Bisher haben 40 Aussteller ihre Teilnahme zugesagt, 150 Quadratmeter warten noch auf Aussteller. Der Quadratmeter kostet 232 Euro, plus Kosten für den Standaufbau und Energien. Das dürfte besonders für Start-ups ins Geld gehen. Jungunternehmen, die sich die Chance auf einen Cebit-Auftritt dennoch nicht entgehen lassen wollen, sollten sich an die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) wenden.

Für Start-ups könnte ein Stand in der Messehalle 11 interessanter sein. Die "Scale 11" genannte Halle wird mit einem eigenen Programm zahlreiche Möglichkeiten für Jungunternehmer bieten.

Ökosystem für Jungunternehmen

Scale 11 soll ein Ökosystem für Start-ups sein, umschrieb Frese das Konzept. Dieses sieht Pitches, Konferenzen und die Zusammenführung von Start-ups mit grossen Unternehmen und Business Angels vor.

Für junge Unternehmer sei es eine gute Testumgebung, um herauszufinden, ob das eigene Produkt überhaupt funktioniere, sagte Frese weiter. Und dies vor internationalem Publikum. Ein Auftritt kostet 1911 Euro für 5 Tage Messe.

Wer jetzt Lust auf einen Cebit-Besuch bekommen hat, kann sich von Travelxperts ein Reiseprogramm zusammenstellen lassen. Wer nur einen Tag Zeit hat, kann sich der traditionellen Cebit-Reisegruppe anschliessen.

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