Ricoh Innovation Days 2015

Nachhaltigkeit - was ist das eigentlich?

Uhr | Aktualisiert

Ricoh hat Kunden und Interessierte nach Wallisellen eingeladen, um über Nachhaltigkeit zu diskutieren. Die Veranstaltung fand grossen Anklang.

Was bedeutet der Begriff Nachhaltigkeit? Was verhindert ein nachhaltiges Wirtschaften? Und warum handeln so viele Unternehmen immer noch nicht nachhaltig? Diese Fragen stellte Curdin Schenkel, Leiter Workplace & Infrastruktur bei der Thurgauer Kantonalbank (TKB), an den diesjährigen Ricoh Innovation Days. Die Antworten aus dem Publikum waren zahlreich: Fehlende Budgets, IT-Komplikationen, Gewohnheiten, Papierverliebtheit, Bequemlichkeit und Statussymbole, die niemand aufgeben möchte. Einigen Anwesenden standen gar Kundenbedürfnisse im Weg.

Ein Sinneswandel ist nötig

"Neues ist immer gefährlich", warnte Schenkel. Der Widerstand bei Veränderungen sei gross, auch wenn Nachhaltigkeit ja ein ehrenhaftes Ziel sei. Es sei darum wichtig, bei Projekten für mehr Nachhaltigkeit einen Sinneswandel herbeizuführen. "Ich habe selbst ein Jahr lang mit mir gerungen", sagte Schenkel. "Als es Klick machte, waren die Vorteile aber offensichtlich".

Die Thurgauer Kantonalbank habe diesen Widerstand gespürt, als sie ihre Drucker reduzieren wollte. "Mittlerweile haben aber nur noch Kundenberater lokale Drucker, sonst niemand - nicht einmal das Kader", so Schenkel. Im Zuge der Veränderung optimierte die Bank auch Prozesse für die Digitalisierung von Dokumenten, den Papierbezug und die Nutzung des Sleepmodus. Versuchsweise durften TKB-Mitarbeiter erst mit Erlaubnis eines anderen Teammitglieds drucken. So sei es gelungen, bei der TKB den nötigen Mind Change herbeizuführen, sagte Schenkel nicht ohne Stolz.

Wachstum im Schweizer Markt

Daniel Tschudi, Sales Director von Ricoh Schweiz, ging kurz auf den Gastgeber ein. Ricoh wird nächstes Jahr 80 Jahre alt und beschäftigt über 100'000 Mitarbeiter. Mehr als 400 arbeiten bei Ricoh Schweiz, rund 150 davon im Service und Support. In den letzten zwölf Monaten sei Ricoh im Schweizer Markt entgegen dem Trend um 20 Prozent gewachsen, erzählte Tschudi.

Gewachsen ist Ricoh unter anderem mit Partnern wie Zurich. Die Versicherung greift für ihren Druckerpark auf Dienste von Ricoh zurück. Sarah Vowles, Group Head des Environmental Performance Teams bei Zurich, sprach an den Ricoh Innovation Days über die Nachhaltigkeitsbemühungen des Schweizer Versicherungskonzerns. Vowles übernahm im September 2014 die Verantwortung für alles, was Nachhaltigkeit bei Zurich betrifft. Die Versicherung habe im Jahr 2007 begonnen, stärker auf seine CO2-Bilanz zu achten. Nun setze der Konzern auf Green IT als elementarer Bestandteil der IT-Strategie. Auch Vowles muss Hürden überwinden: "Unser Team besteht nur aus 2,5 Leuten, und die interne Kommunikation könnte besser sein". Viele Mitarbeiter würden wohl noch gar nicht wissen, dass Zurich eine Green-IT-Strategie fahre.

Das nächste Projekt bei Zurich sei, die Reise-Kultur zu ändern. Es gelte im Unternehmen immer noch als unhöflich, Einladungen im Ausland abzulehnen. Dabei seien heute die technischen Mittel vorhanden, um die Kommunikation ökologischer zu gestalten.

Nur noch ein Partner

Auch Pius Höltschi, Gruppenleiter Support- und Output-Center Services bei der CSS-Versicherung, machte ähnlich Erfahrungen. Als CSS 2007 die Genfer Krankenkasse Intras übernahm, stand das Unternehmen vor unerwarteten Herausforderungen: Plötzlich gab es zwei Logos mit zwei unterschiedlichen Druckvorlagen. Mitarbeiter mussten bei jedem Druck darauf achten, dass die richtige Vorlage genutzt wird. Bei einem Unternehmen, das jährlich über 42 Millionen Farbseiten, 10 Millionen Schwarz-Weiss-Seiten und 21 Millionen Kuverts druckt, ist das ein ernsthaftes Problem.

CSS setzte sich folgende Ziele: möglichst wenig lokal drucken, Dokumente in E-Rechnungen transferieren, keine Gerätevielfalt, nur ein Partner. Das führte dazu, dass CSS von Canon zu Ricoh wechselte. So gelang es, die Anzahl gedruckte Seiten von 20,6 auf 14 Millionen zu reduzieren. Das entspreche pro Jahr einer Einsparung von rund einer halben Million Franken, so Höltschi.

Der Event ging am Nachmittag in Workshops weiter, wo es um Printing- und Document-Management-Lösungen ging. Die Veranstaltung stiess auf positives Echo und wird auch 2016 wieder stattfinden.

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