Geringere Steuern für Zürcher Start-ups
Die Zürcher Finanzdirektion ist von ihrer umstrittenen Steuerpraxis für Jungunternehmen abgekehrt. Diverse Start-up-Organisationen haben das zufrieden zur Kenntnis genommen.
Die Swiss Startup Association (SSA), Swiss Finance Startups (SFS), Venturelab, Business Angels Schweiz (BAS) und GLP weisen in einer Mitteilung darauf hin, dass die Zürcher Finanzdirektion von ihrer umstrittenen Steuerpraxis für Jungunternehmen abgekehrt sei. Die Bewertung der Start-ups sei nun wieder adäquater, die Besteuerung von Gründer und Business Angels gerechter. Die Zürcher Finanzdirektion sei zur "ursprünglichen, fairen Bewertung" zurückgekehrt, heisst es in der Medienmitteilung.
Im Mai 2016 sagte die Finanzdirektion noch, dass sie an ihrer Steuerpraxis festhalten wolle. Sie sah eine Vermögenssteuer von Start-ups aufgrund von Finanzierungsrunden vor. Diese ist laut SSA, SFS, BAS, GLP und Venturelab nicht tragbar. Das System besteuere einen fiktiven Vermögenswert, der gar nicht realisiert werde, sagten die Start-up-Organisationen. Sie übergaben einen Aufruf an Regierungsrat Stocker, der von 80 CEOs, Gründern und Investoren unterzeichneten wurde. Im Kantonsrat lancierten sie eine Motion für die Aufhebung der neuen Steuerpraxis.
Das neue Steuersystem diskriminiere Jungunternehmen gegenüber KMUs. KMUs würden nämlich aufgrund ihres Ertrags- respektive Substanzwerts besteuert. Aufgrund von parlamentarischen Anfragen und Interpellationen an diverse Kantonsregierungen habe sich im Laufe des Sommers herausgestellt, dass der Kanton Zürich mit dieser Besteuerungsgrundlage weitgehend alleine da stehe, heisst es in der Medienmitteilung. Andere Kantone würden keinen Anlass sehen, sich dieser Praxis anzuschliessen.
Dass sich die Finanzdirektion nun bereit erkläre, von ihrer Steuerpraxis abzusehen und zur "Praktikermethode" zurückzukehren, sei ein Befreiungsschlag für Start-ups und das Ökosystem. Die Entscheidung schaffe Rechtssicherheit für die Zukunft und mache den Standort Zürich für Gründer, Investoren und Mitarbeitende wieder attraktiv. "Wir sehen in diesem Entscheid die Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Finanzdirektion und das Commitment des Regierungsrats zum Zürcher Innovationsstandort und zum Startup-Ökosystem", heisst es in der Mitteilung.
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