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Schweizer bestellen für 1,3 Milliarden Franken im Ausland

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Der Schweizer Onlinekonsum ist 2016 um 8,3 Prozent gewachsen. Das zeigen neue Zahlen des Verbands des Schweizerischen Versandhandels, der Schweizerischen Post, GfK und Media Focus.

Quelle: Pexels / Breakingpic
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GfK, der Verband des Schweizerischen Versandhandels, die Schweizerische Post und Media Focus haben Zahlen zum Schweizer Onlinekonsum veröffentlicht. Er wuchs 2016 um 8,3 Prozent. Die Verlagerung des stationären zum Onlinehandel gehe weiter und der grenzüberschreitende Onlinehandel gewinne massiv an Bedeutung.

2016 gaben Schweizer Konsumenten rund 2,7 Milliarden Franken mehr als 2010 im Onlineversandhandel aus. Fast ein Drittel dieses Wachstums floss ins Ausland. Seit 2012 verdoppelten sich die Onlineeinkäufe im Ausland laut der Studie.

Der Online- und Versandhandel wuchs 2016 stärker als der klassische Handel. Privatpersonen bestellten in der Schweiz Waren für 7,8 Milliarden im Onlineversandhandel. 5,75 Milliarden davon entfielen auf Schweizer Business-to-Consumer-Unternehmen; 1,3 Milliarden auf Onlineeinkäufe von Schweizern im Ausland; 0,75 Milliarden auf Consumer-to-Consumer-Auktionsplattformen und -Marktplätze.

Die Konsumenten kauften im Food- und Near-Food-Sortiment rund 1,9 Prozent des Gesamtvolumens online ein. Im Non-Food-Sortiment waren es 15,3 Prozent. Die Studienautoren gehen davon aus, dass bis spätestens 2019 rund 20 Prozent der Non-Food-Einkäufe online erfolgen.

Insbesondere im Non-Food-Sortiment sei die Verschiebung vom stationären zum Onlineeinkauf frappant, heisst es in der Studie. Der stationäre Non-Food-Handel büsste in den letzten sechs Jahren 8,3 Milliarden Franken Umsatz ein. Die Onlineeinkäufe im Non-Food-Bereich legten hingegen um 2,4 Milliarden zu. Preistransparenz und hohe Produkteverfügbarkeit trieben diese Entwicklung an.

Die Schweizer Onlineversandhändler gaben brutto 2016 knapp 370 Millionen Franken für Werbung aus. Sie teilen sich auf Direct Mailing, TV, Print und Internet auf. Unabhängig von Marktfragmentierung und -grösse würden die Protagonisten im Onlineversandhandel auffällig oft die komplette Klaviatur der Marketingkommunikation bespielen, heisst es in der Studie.

Trotz hoher Onlinebestellquoten bevorzugen Schweizer Konsumenten immer noch den Kauf gegen Rechnung. Gemäss Erhebung bezahlen 80 Prozent der Kunden beim Onlineeinkauf in der Schweiz gegen Rechnung. Im europäischen Vergleich sind die Schweizer damit Spitzenreiter. Rund 15 Prozent der Kunden bezahlten 2016 mittels Kreditkarte oder über Paypal. Im Vorjahr waren es 13 Prozent.

Privatpersonen kauften 2016 bei den Business-to-Consumer-Firmen für 1,8 Milliarden Franken Heimelektronik-Artikel. Der Bereich ist umsatzmässig der beliebteste im Online- und Versandhandelssortiment. 29 Prozent des Heimelektronik-Volumens laufen über den Onlinehandel.

An zweiter Stelle folgt der Bereich Fashion/Schuhe. Er konnte 2016 trotz Frankenstärke und Preissenkungen auch in der Schweiz weiter zulegen und setzte nach Abzug der Retouren 1,54 Milliarden Franken um. Eine Schweizer Eigenheit ist der starke Online- und Versandhandelsanteil im Bereich Food: 2016 gab es Bestellungen für Lebensmittel, Wein und Kaffee(-kapseln) im Wert von 880 Millionen Franken.

Der Verband des Schweizerischen Versandhandels geht davon aus, dass der Preisdruck im Markt die Preise vergleichbarer Güter angleichen wird. Unternehmen müssten sich über andere Leistungen differenzieren, steht in der Studie.

Onlineauslandeinkäufe würden wohl weiterhin überproportional wachsen. 2015 habe eine erste Welle an Direktimporten aus China die Schweiz erfasst. "Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung bis 2020 fortsetzt und zusätzlichen Preisdruck im Markt erzeugen wird", heisst es in der Medienmitteilung.

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