Salt und UPC bleiben draussen

Sunrise ist wieder Asut-Mitglied

Uhr | Aktualisiert

Vor fünf Jahren ist Sunrise unter Protest aus der Asut ausgetreten. Jetzt macht der Telko wieder mit. Sunrise-CEO Olaf Swantee könnte sogar schon bald wieder im Vorstand des Verbands sein.

Olaf Swantee, seit Mai 2016 CEO von Sunrise (Quelle: Netzmedien).
Olaf Swantee, seit Mai 2016 CEO von Sunrise (Quelle: Netzmedien).

Sunrise ist seit dem 14. März wieder Mitglied im Schweizerischen Verband der Telekommunikation Asut. Der Vorstand schlug Sunrise-CEO Olaf Swantee auch gleich zur Wahl in sein Gremium vor. Die nächste Generalversammlung findet am 18. Mai statt, wie Asut in einer Medienmitteilung ankündigte.

"Mit Sunrise haben wir nun eine zusätzliche Stimme im Verband, die sich engagiert für die weitere Liberalisierung einsetzen wird", zitiert Asut seinen Präsidenten Peter Grütter in der Mitteilung. Im April 2012 tönte es noch ganz anders: UPC (Cablecom), Orange (heute: Salt) und Sunrise traten damals gemeinsam und unter Protest aus dem Verband aus. Weil er die Anliegen der privaten Telkos nicht ausreichend vertrete.

Asut weiter ohne Salt und UPC

Nun stellt sich die Frage, ob sich auch Salt und UPC dem Verband wieder anschliessen. Laut einer Asut-Sprecherin ist das nicht der Fall, wie etwa die Zeitung Finanz und Wirtschaft unter Berufung auf AWP schreibt.

Durch den Wiedereintritt von Sunrise könnte bei Asut ein alter Konflikt wieder aufbrechen: Während Swisscom bei der Regulierung des Netzzugangs keinen Handlungsbedarf sieht, spricht sich Sunrise dafür aus. Swisscom vertritt die Position, dass neue Netze wie Glasfaser und Mobilfunk im Wettbewerb entstanden seien und eine staatliche Regulierung nicht nötig sei. Sunrise hingegen spricht von einem Marktversagen und verlangt etwa eine stärkere Regulierung des Glasfasermarkts.

Sunrise will stärker mitreden

Sunrise wolle sich bei "wichtigen Themen" besonders engagieren, sagt Swantee. Etwa bei der Diskussion um Grenzwerte für Mobilfunkantennen. Der Nationalrat wollte den Bundesrat letztes Jahr dazu bewegen, die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung zu revidieren. Der Ständerat sprach sich aber gegen höhere Grenzwerte aus. Asut bedauerte damals die Ablehnung der Motion und warnte vor Engpässen im Schweizer Mobilfunknetz.

Auch das Fernmeldegesetz ist für Sunrise wichtig. Das Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) muss bis September seine Ideen für die Revision präsentieren. Das neue Gesetz dürfte die Bedingungen für die Grundversorgung ändern. Angedacht sind zudem ein stärkerer Konsumenten- und Jugendschutz und tiefere Roaming-Preise. Das Uvek befasst sich ausserdem mit der Netzneutralität und dem Zugang zu neuen Netztechnologien.

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