Titelgeschichte-Interview

"Die Blockchain stellt die Unversehrtheit der gesammelten Daten sicher"

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von Yannick Chavanne, Übersetzung: Oliver Schneider

Das Zürcher Start-up Modum verknüpft IoT-Sensoren mit Blockchain, um so die Unversehrtheit von Zustandsdaten aus der Logistik zu gewährleisten. Modum-CTO Sacha Uhlmann erklärt das Prinzip anhand einer Medikamentenlieferung und zeigt die Möglichkeiten der Technologie auf.

Sacha Uhlmann, CTO von Modum
Sacha Uhlmann, CTO von Modum

Was für eine Lösung offeriert Modum?

Sacha Uhlmann: Einfach gesagt verbinden wir das Internet der Dinge und die Blockchain mit dem Ziel, die Effizienz von Prozessen innerhalb der Supply Chain zu verbessern. Als Erstes nahmen wir uns die Lieferkette der Pharmabranche vor und bieten einen Temperatursensor für den letzten Abschnitt der Transportstrecke an. Beispielsweise zwischen dem Lager eines Medikamentenlieferanten und einer Arztpraxis. Der Sensor ermittelt die Temperatur und gibt Auskunft, ob diese sich während der Lieferung im passenden Bereich befindet. Unsere Technologie stellt somit eine Lösung zur Einhaltung der europäischen Vorschriften für den Handel mit Medikamenten zur Verfügung. Diese neuen Vorschriften verpflichten dazu, dass die Temperaturen laufend kontrolliert und verifiziert werden.

Warum nutzen Sie eine Blockchain?

Die Blockchain stellt die Unversehrtheit der von unseren Sensoren gesammelten Daten sicher. Wenn die Daten zum Zustand der Lieferung einmal in der Blockchain verzeichnet wurden, dann ist keine der beteiligten Parteien mehr in der Lage, diese zu verändern, nicht einmal wir selbst. Wir wollen nicht zu einem Technologieanbieter werden, der seine Kunden irgendwie dazu zwingt, ihm vertrauen zu müssen. Mit der Blockchain stellt sich dieses Problem nicht, denn die Echtheit der Daten wird durch Transparenz und Dezentralisierung gewährleistet.

Welche Blockchain-Technologie nutzen Sie? Und warum diese?

Für unsere erfolgreich durchgeführten Pilotprojekte, namentlich mit einem grossen Basler Pharmaunternehmen, setzten wir auf die Plattform Ethereum. Diese ermöglichte es uns, einfach zahlreiche Logiken für die Erzeugung von Smart Contracts zu erstellen. Als wir die Pilotprojekte im letzten Sommer lancierten, fiel die Wahl auch deshalb auf Etherum, weil uns diese Blockchain als stabilste Lösung erschien. Wir verstehen uns aber als Agnostiker, was die Wahl einer Blockchain betrifft. In diesem noch jungen und momentan sehr aufgeheizten Markt scheint es uns wichtig, sich nicht nur auf eine Technologie zu verlassen. Wir prüfen deshalb gerade die Integration anderer Blockchains, insbesondere Hyperledger Fabric.

Wie funktioniert die Lösung von Modum konkret?

Für den letzten Abschnitt einer Lieferung kalibrieren die Logistiker der Lieferanten unsere Sensoren mit einer speziellen App, indem sie die gewünschte Temperaturspanne eingeben und das Gerät dann in das Paket legen. Alle Daten des Sensors werden an die Blockchain geschickt und erzeugen einen Smart Contract. Sobald der Adressat das Paket in Empfang nimmt, erfolgt die Kontrolle der Temperaturen, und wenn die vorgeschriebene Spanne eingehalten wurde, wird der Contract validiert. Die damit verbundenen Transaktionen werden dann automatisch ausgelöst, etwa die Zahlung. Lieferant und Empfänger erhalten ausserdem via App eine Benachrichtigung, ob der Contract validiert wurde.

Planen Sie die Ausweitung Ihrer Technologie auf andere Branchen?

Ja, denn unsere Technologie hat das Potential, zur Transparenz entlang der ganzen Lieferkette beizutragen. Wir sind in dieser Hinsicht in der Lage, bestimmte Funktionen selbst umzusetzen, aber es wird auch notwendig sein, Partnerschaften einzugehen. Während bestimmte Technologien etwa die Echtheit eines Produkts gewährleisten, könnte unsere den Nachweis erbringen, dass die Qualität gewahrt wird. Wir wollen an der Entwicklung eines interoperablen Blockchain-Ökosystems für die Supply Chain mitwirken.

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