Streit mit der EU

Google will Werbeplätze versteigern

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Google hat einen Vorschlag zur Beilegung des Werbestreits mit den EU-Behörden vorgelegt. Eine Auktion zwischen den Anbietern von Preisvergleichen soll diesen mehr Sichtbarkeit geben. Das Angebot stösst auf wenig Gegenliebe.

(Source: sveta / Fotolia.com)
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Im vergangenen Juni hat die EU-Kommission gegen Google eine Strafe von 2,4 Milliarden Euro verhängt. Dabei ging es um die Platzierung von Produktpreisen auf der Ergebnisseite der Suchmaschine. Andere Anbieter von Preisvergleichen im Internet beschwerten sich bei den europäischen Behörden, dass Google seinen eigenen Vergleichsdienst privilegiere und damit seine dominante Stellung am Markt missbrauche.

Der US-Internetkonzern reichte gegen die Busse seinerseits Klage ein. Offenbar will Google auf die Kritiker aber auch zugehen. Wie Reuters unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, schlägt der US-Internetkonzern seinen Konkurrenten eine Auktion für die Werbeplätze über den Suchergebnissen vor.

Hochgeschwindigkeits-Auktion

Details, wie diese Auktion im Einzelnen ablaufen soll, gab Google noch nicht bekannt. Nach Einschätzungen von Heise.de könnte der Prozess nach dem Prinzip des sogenannten "Programmatic Advertising" ablaufen. Google würde demnach für jede Werbefläche einen Grundpreis vorgeben und im Anschluss eine Auktion starten. Innerhalb weniger Millisekunden, also noch während ein Nutzer die Seite lädt, könnten Teilnehmer ihre Gebote abgeben. Der Meistbietende darf dann seine Werbung platzieren.

Googles Vorschlag sei allerdings bereits auf Ablehnung gestossen, berichtet Reuters weiter. Das Unternehmen solle zuerst die allgemeine Websuche von der Produktsuche trennen, forderte etwa die britische Preisvergleichs-Plattform Foundem.

Viel Zeit für die Suche nach einem Kompromiss bleibt dem US-Unternehmen nicht mehr. Sollte der EU-Kommission bis zum 28. September kein akzeptables Angebot vorliegen, drohten Google weitere Strafen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Umsatzes, schreibt Heise weiter.

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