Eurocloud Swiss Frühjahresevent

Wie die Cloud dem Internet der Dinge auf die Sprünge hilft

Uhr | Aktualisiert

Eurocloud Swiss und Swico haben in Zürich gezeigt, wie Unternehmen das Internet der Dinge und die Cloud für neue Geschäftsfelder nutzen können. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Herausforderungen beim IoT, der Einsatz in der Industrie und smarte Städte.

Von links: Martin Andenmatten, Thomas Schmidt, Andreas Hofmann (Endress+Hauser) und Christian Laux (Laux Lawyers) bei der Überreichung des Star-Audit-Zertifikats. (Source: Netzmedien)
Von links: Martin Andenmatten, Thomas Schmidt, Andreas Hofmann (Endress+Hauser) und Christian Laux (Laux Lawyers) bei der Überreichung des Star-Audit-Zertifikats. (Source: Netzmedien)

Die Cloud als Türe zum Internet der Dinge (IoT) - unter diesem Motto stand der gestrige Frühjahrsevent von Eurocloud Swiss und Swico. Der Fachverband zur Förderung von Cloud Computing in der Schweiz lud Anbieter und Cloud-Interessierte in den Zürcher Renaissance Tower, um sich über Projekte, bei denen IoT-Lösungen mit Rechenleistung aus der Cloud verbunden werden, zu informieren und auszutauschen.

Martin Andenmatten, Präsident von Eurocloud Swiss hiess die Anwesenden im Namen des Verbands willkommen. Anhand von zwei Statistiken zeigte er, wie die Bedeutung des IoT in den vergangenen Jahren stetig zunahm. Immer mehr Unternehmen interessierten sich für IoT-Lösungen.

Die Zahl der mit dem Internet verbundenen "Dinge" steigt derweil stetig an, wie Andenmatten sagte. Die Marktforscher von IDC erwarten etwa bis 2025 mehr als 75 Milliarden vernetzte IoT-Geräte. Die entscheidende Frage in diesem Trend sei: "Wie können Firmen das gemeinsame Potenzial von IoT und Cloud nutzen?"

Herausforderungen im Internet der Dinge

Bevor zwei konkrete Antworten auf diese Frage auf dem Programm standen, gab Thomas Bolliger, Partner bei KPMG, einen Überblick zum Thema IoT. Weltweit sei eine Vielzahl von Initiativen im Gange, sagte Bolliger. Das Marktpotenzial sei enorm.

Thomas Bolliger von KPMG zeigte Chancen und Risiken im Internet der Dinge. (Source: Netzmedien)

So vielfältig wie die Use Cases des IoT sind allerdings auch die Herausforderungen. IoT-Geräte, die mobil und mit dem Internet verbunden sind, müssten verschiedene Anforderungen erfüllen, sagte Bolliger. Unternehmen müssten sich zum Beispiel Gedanken über Widerstandsfähigkeit, Stromversorgung, Wartung oder die Vernetzung von IoT-Geräten machen.

Im Zentrum stehen beim IoT Sicherheitsfragen. Die Sicherheit der Netze müsse End-to-End gewährleistet sein und laufend an das aktuelle Bedrohungsbild angepasst werden. Hierbei spiele auch die Einhaltung von Vorschriften eine wichtige Rolle. Unternehmen seien gut beraten, ein Kontrollsystem einzurichten, das die Compliance ihrer IoT-Netze überprüft, sagte Bolliger.

Vernetzte Dinge in der Industrie

Zum Abschluss seines Referats wies Bolliger auf die Vorteile von Cloud-Lösungen beim IoT hin. Mithilfe von Cloud Computing könnten Firmen auf passende Schnittstellen für die Auswertung von Sensordaten zurückgreifen. Auch bei Sicherheit und Management böten cloudbasierte Lösungen Vorteile. Ein zentrales Argument sei die Skalierbarkeit, so Bolliger. Die Cloud könne mit der Zahl der vernetzten Geräte und den erhobenen Datenmengen quasi mitwachsen.

Wie die Verbindung von IoT und Cloud im Unternehmen aussehen kann, zeigte Thomas Schmidt von Endress+Hauser. Der Hersteller von Prozessmesstechnik mit Sitz in Reinach erhielt kürzlich das Zertifikat "Star-Audit" von Eurocloud. Star-Audit bewertet laut Website die Qualität von Cloud-Anbietern und soll so eine Entscheidungshilfe für Kunden sein, die vertrauenswürdige Cloud-Dienste nutzen wollen.

Thomas Schmidt gab Einblicke in das IoT-Angebot von Endress+Hauser. (Source: Netzmedien)

Schmidt zeigte, welche IoT-Dienste Endress+Hauser seinen Kunden anbietet und wie der Weg zum Star-Audit-Zertifikat verlief. Im Unternehmen könnten viele Bereiche von dem Tandem IoT und Cloud profitieren, sagte Schmidt. Der Verkauf könne mit den Daten aus dem Netzwerk etwa besser auf Kundenbedürfnisse reagieren und die Produktentwicklung die Erfahrungen im Feld von Beginn weg einbeziehen.

Endress+Hauser biete bei den Cloud-Diensten eine Reihe von Applikationen an, die jeweils einem bestimmten Zweck dienten, sagte Schmidt. "Analytics" zeige etwa alle im Netzwerk vorhandenen Geräte an. Was zunächst nicht beeindruckend klingt, ist laut Schmidt tatsächlich eine wichtige Neuerung.

Kunden wüssten nämlich oftmals nicht, welche IoT-Geräte sie im Einsatz haben. Auch biete das Programm aktuelle Informationen zur Verfügbarkeit im Handel. Dies sei wichtig, wenn einmal ein Gerät ausfalle und ersetzt werden müsse, sagte Schmidt weiter. Die Cloud-Applikationen ermöglichten eine zeitnahe Auswertung der hohen Datenmengen aus IoT-Netzwerken, was bislang mit viel Aufwand verbunden war.

Star-Audit schaffe für Endress+Hauser Vertrauen bei den Kunden, insbesondere in Sicherheits-Fragen. Das Zertifikat sei aber auch für das Unternehmen selbst von Vorteil. Es habe auf verschiedenen Ebenen zu einer Anpassung der Strukturen und mehr Transparenz geführt.

Mit IoT zur smarten Stadt

Um das Thema Smart City drehte sich das Referat von Alex Nanzer, Geschäftsführer von Zenner Connect. Das Mitte 2017 gegründete Unternehmen habe mit der "Switzercloud" ein Angebot aufgebaut, mit dem Städte Anwendungen in der Cloud beitreiben können, sagte Nanzer.

Der Event im Renaissance Tower bot Gelegenheit zum Austausch. (Source: Netzmedien)

Die Nutzung von Daten für die smartere Verwaltung sei für viele Orte attraktiv, für kleinere Gemeinden sei es aber schwierig, eine IoT-Infrastruktur aufzubauen, sagte Nanzer. Besser als Insellösungen sei deshalb ein Ökosystem, in dem verschiedene Partner jeweils ihre Kompetenzen in eine End-to-End-Lösung einbringen.

Switzercloud bietet hierzu gemäss Nanzer eine IoT-Plattform an, in der sich verschiedene Technologien mit niedrigen Einstiegshürden nutzen lassen. Wo Daten verarbeitet und gespeichert würden, entscheide dabei stets der Kunde. Erste Städte seien an Bord, sagte Nanzer.

Auf der Suche nach dem Business Case

Im anschliessenden Podiumsgespräch stellten sich die Referenten den Fragen des Publikums. Es zeigte sich dabei, dass die Akzeptanz von IoT-Lösungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Anfangs hätten etwa Alex Nanzers Kunden beim Thema IoT oft gefragt, ob die Technologie denn überhaupt funktioniere.

Heute gehe es dagegen um die eingangs gestellte Frage nach dem konkreten Nutzen für das Unternehmen. Das habe damit zu tun, dass in vielen Ländern Projekte am laufen seien und grosse IT-Firmen auf das Thema setzten. "IoT ist heute keine Frage der Technologie mehr, sondern eine Frage der Bereitschaft", sagte Nanzer.

Von links: Thomas Bolliger, Thomas Schmidt, Herbert Wanner (Beirat Eurocloud Swiss), Christian Laux und Alex Nanzer stellen sich den Fragen des Publikums. (Source: Netzmedien)

Nach dem Podium erwartete die Besucher der Veranstaltung ein Apéro riche mit Gelegenheit zur Diskussion und weiteren Fragen an die Referenten. Martin Andenmatten war mit dem Abend "sehr zufrieden", wie er sagte.

Etwas mehr als 50 Besucher seien der Einladung gefolgt. Das Publikum habe sich etwa gleich in Anbieter und Anwender aufgeteilt, was eine gute Mischung ermögliche. Neben anderen Aktivitäten von Eurocloud Swiss wie der Publikation von White Papers seien solche Anlässe wichtig, um den Bekanntheitsgrad des Verbands weiter zu erhöhen, sagte Andenmatten.

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