Oracle-Manager übernimmt für Diane Greene

Google Cloud tauscht Führungsspitze aus

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Diane Greene tritt als CEO von Google Cloud zurück. Ein ehemaliger Oracle-Manager soll ihre Aufgaben übernehmen. Greenes Abgang wirft Schatten auf Googles Geschäftsmodell.

Thomas Kurian wechselt nach 22 Jahren bei Oracle zu Google, wo er das Cloud-Geschäft verantworten wird. (Source: Oracle)
Thomas Kurian wechselt nach 22 Jahren bei Oracle zu Google, wo er das Cloud-Geschäft verantworten wird. (Source: Oracle)

Googles Cloud-Sparte wechselt die Führungsspitze aus. Die bisherige Chefin Diane Greene verlässt das Unternehmen per Ende Januar 2019. An ihre Stelle tritt der frühere Oracle-Manager Thomas Kurian, wie "Bloomberg" berichtet. Dieser habe Oracle bereits im September verlassen.

Kurian war bei Oracle für die Weiterentwicklung des Cloud-Geschäfts verantwortlich. Er sei 22 Jahre bei Oracle tätig gewesen. Am 26. November soll er seine Arbeit bei Alphabet aufnehmen.

Neustart nach einer "schweren Zeit" bei Oracle

Laut "Bloomberg" hatte Kurian bei Oracle eine "schwere Zeit", zumal der Konzern nach wie vor damit hadert, den Wandel in Richtung Cloud Computing zu vollziehen. Googles zukünftiger Cloud-Chef pflegt angeblich einen autoritären Führungsstil, der quer stehen könnte zum kollaborativen Arbeitsumfeld von Google, wie es weiter heisst.

Bis zur Amtsübergabe soll Kurian mit Greene zusammenarbeiten. Diese bleibe weiterhin Mitglied von Alphabets Verwaltungsrat. In Zukunft möchte sich die Managerin stärker aufs Coaching konzentrieren, heisst es weiter.

Diane Greene gibt ihr Amt als CEO von Google Cloud auf. (Source: Google.com)

Dunkle Wolken am Google-Himmel

Die scheidende Cloud-Chefin habe drei Jahre lang daran gearbeitet, mit Googles Cloud Services zu den beiden Marktführern AWS und Microsoft aufzuschliessen, heisst es weiter. Nun deutet Greenes Abgang darauf hin, dass Googles Cloud-Geschäft schlechter läuft als erwartet, wie "Wired.com" berichtet. Google habe viel darauf gesetzt, mit der Cloud-Sparte ein zweites ertragreiches Standbein aufzubauen. Die Google-Holding Alphabet erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 86 Prozent ihres Umsatzes mit Werbung.

Greene zählte zu den wenigen weiblichen Führungskräften in den Reihen des Konzerns. Dementsprechend werfe ihr Abgang erneut schlechtes Licht auf Googles Gleichstellungspolitik, schreibt "Bloomberg". Weltweit protestierten kürzlich Mitarbeiter des Konzerns gegen sexuelle Belästigung und Sexismus am Arbeitsplatz. Auch in Zürich beteiligten sich Angestellte am Protest.

Bevor Greene zu Google stiess, hatte sie sich als Mitgründerin und CEO von VMware einen Namen gemacht. 2008 wurde sie vom Verwaltungsrat des Virtualisierungsanbieters geschasst, wie "Forbes" berichtete. Analysten erklärten dies unter anderem dadurch, dass VMwares Umsatz und Aktienkurs unter Greenes Führung eingebrochen waren.

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