Neue Plattform bündelt politische Daten der Schweiz
Eine neue Datenplattform namens "OpenParlData" bündelt parlamentarische Informationen von Bund, Kantonen und Städten. Das Projekt soll die bisher auf über 77 Systeme fragmentierte Datenlandschaft harmonisieren und die Daten über eine Weboberfläche sowie eine REST-API bereitstellen.
Seit dem 9. Februar ist die Plattform "OpenParlData" online. Sie führt politische Daten von Bund, allen 26 Kantonen und über 50 Städten zusammen und stellt sie zentral zur Verfügung. Hinter dem Projekt stehen die Berner Softwarefirma Glue, der Verein Opendata.ch und die Stiftung Mercator Schweiz. Ziel sei es, die politische Transparenz zu erhöhen und eine Grundlage für neue datenbasierte Anwendungen zu schaffen, teilen die Initianten mit.
Die Plattform sammelt die Daten mithilfe automatisierter Prozesse. Zu diesem Zweck kommen sogenannte ETL-Pipelines (Extract, Transform, Load) zum Einsatz, die auf Apache HOP basieren. Diese extrahieren die Informationen aus den Quellsystemen, überführen sie in ein einheitliches Format und laden sie in die zentrale Datenbank. Da nur wenige Behörden offizielle Datenschnittstellen anbieten, extrahieren die Skripte die Inhalte für die meisten Parlamente direkt von den offiziellen Websites.
Da ein schweizweiter Standard für Parlamentsdaten fehlt, war die Harmonisierung eine Herausforderung, wie die Projektverantwortlichen weiter mitteilen. Entsprechend habe die nun veröffentlichte Version noch "Ecken und Kanten". Für Transparenz im Vorgehen sollen als Open Source auf Gitlab veröffentlichte Importskripte sorgen.

So sieht die Weboberfläche von "OpenParlData" aus. (Source: zVg)
Suche nach langfristiger Trägerschaft und Standardisierung
Die Initianten konzipieren die Plattform als politisch neutrale Community-Initiative und suchen derzeit nach einer geeigneten Organisationsform sowie einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Dieser Prozess ist Teil eines Prototyps im Rahmen des Programms "Datenökosystem Schweiz" der Bundeskanzlei.
Parallel dazu wirkt das Projekt an der Schaffung eines einheitlichen Datenstandards mit. Die Beteiligten engagieren sich in der eCH-Fachgruppe "Politische Geschäfte", um einen schweizweiten Standard für Parlamentsdaten zu etablieren. Die Firma Glue steuerte nach eigenen Angaben die Importskripte ihres kommerziellen Produkts Politmonitor bei, die nun als Open-Source-Basis dienen. "Mit 'OpenParlData' möchten wir Transparenz schaffen, Partizipation fördern und datenbasierte politische Bildung ermöglichen", lässt sich Christian Gutknecht, Data Engineer bei Glue und Mit-Initiator, in der Mitteilung zitieren.
Für den Zugriff stellt die Plattform zwei kostenlose Wege zur Verfügung. Entwicklerinnen und Entwicklern bietet eine REST-API einen strukturierten Zugang im JSON-Format. Eine webbasierte Applikation dient als Referenzimplementierung und richtet sich mit Such- und Filterfunktionen an Medienschaffende und die interessierte Öffentlichkeit.
Übrigens: Gemäss einer Studie der BFH gibt es fünf Faktoren, die über den Erfolg von Data Sharing und Datenraum-Initiativen entscheiden, darunter ein gemeinsames Bewusstsein für den Wert eines Datenökosystems sowie konkrete Anwendungsfälle. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag von André Golliez, Präsident der Swiss Data Alliance.
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