Interview

Das sagt Cebit-Sprecher Hartwig von Sass zur Absage der IT-Messe

Uhr | Aktualisiert

Die Cebit wird 2019 nicht mehr stattfinden. Stattdessen sollen Teile davon an der Industrieveranstaltung Hannover Messe sowie an Fach-Events weitergeführt werden. Wie das gehen soll, warum die IT-Messe abgesagt wurde und was aus der Marke Cebit wird, darüber spricht Cebit-Pressesprecher Hartwig von Sass.

Hartwig von Sass, Leiter Cebit Presse. (Source: (C) 2017 ina-richter.com)
Hartwig von Sass, Leiter Cebit Presse. (Source: (C) 2017 ina-richter.com)

In welcher Form werden die Digitalthemen der Cebit im Rahmen der Hannover Messe weitergeführt?

Hartwig von Sass: Wir werden in den nächsten Wochen genau prüfen, welche Aussteller der Cebit thematisch eine Nähe zu den Themen der Hannover Messe haben. Diese werden wir dann direkt ansprechen. Wir registrieren auch, dass Unternehmen auf uns zukommen und nach Möglichkeiten fragen, wie sie sich an der Hannover Messe engagieren können.

Sie wollen Fachveranstaltungen für bestimmte Branchen entwickeln. Wie werden diese aussehen?

Wir werden jetzt den Markt genau prüfen, aber es gibt auch im digitalen Umfeld einige Themen, etwa ERP, die aktuell keine Plattform für Geschäftsanbahnung haben. Diese Themen werden wir genau identifizieren und dann gemeinsam mit den Marktteilnehmern entsprechende Konzepte entwickeln. Die entscheidenden Stichworte hier sind Marktnähe und klarer Themenzuschnitt.

Grossunternehmen können es sich leisten, eigene Veranstaltungen durchzuführen oder auf anderen Branchenmessen aufzutreten. Was raten Sie aber kleineren IT-Firmen, die sich jahrzehntelang auf der Cebit neuen und bestehenden Kunden präsentiert haben?

Genau für diese Kunden werden wir jetzt schnell die neuen Formate aufsetzen. Am besten diese Kunden suchen das Gespräch mit uns. Für viele werden wir auch in unseren anderen Messen möglicherweise einen Anknüpfungspunkt finden.

Die Veranstalter bezeichneten die Cebit noch im Juni als "vollen Erfolg". Was gab nun den Ausschlag für die Absage?

Wir hatten insbesondere von den grossen Ausstellern viel Lob erhalten für das neue, frische Konzept der Cebit. Sie waren auch an unserer Seite und wollten mit uns sehr engagiert die Cebit 2019 gestalten. Allerdings haben wir auf Grund der zu geringen Zahl der Fachbesucher auf der Cebit 2018 aus dem Bereich der mittelständischen Ausstellern zu viele Absagen erhalten in den vergangenen Wochen. Wir mussten leider erkennen, dass die Cebit 2019 die notwendige Grösse nicht erreicht hätte. Und wir wollen den grossen Kunden, die mehrere Millionen Euro in ihren Auftritt investieren, nicht eine Veranstaltung anbieten, von der wir wissen, dass sie nicht funktioniert.

Wie lange kann die Deutsche Messe die Marke Cebit noch am Leben erhalten?

Wir machen ja im Ausland weiter, zum Beispiel in Australien oder Spanien, China und Thailand und auch in Russland. Hier wollen wir die Cebit weiter als Marke erhalten. Wir denken auch, dass das sehr gut funktionieren wird.

Inwiefern gibt es die Chance, dass die Cebit als eigenständige Messe wieder durchgeführt wird?

Wenn Sie an eine Cebit in Hannover denken, die diesen Namen trägt und in einer vergleichbaren Grössenordnung ausgerichtet wird - da sehen wir mittelfristig keine Chancen. Das haben wir in den vergangenen Wochen sehr intensiv bewertet. Wenn wir ausreichendes Potenzial für die Cebit in Hannover gesehen hätten, wäre es nicht zu einer Absage gekommen.

Was Aussteller aus der Schweiz und dem Ausland über das Ende der Cebit denken, erfahren Sie hier.

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