Von der Klinik im Park ins Zentrallabor

Postdrohnen fliegen regelmässig über den Zürichsee

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Die Post schickt seit dem 17. Dezember Drohnen im Regelbetrieb über den Zürichsee. Sie transportieren Laborproben zwischen der Hirslanden Klinik Im Park und dem Zentrallabor Zürich in Zollikon hin und her. Im Juni testete die Post den Transport per Drohne - ohne Zwischenfall.

(Source: Schweizerische Post)
(Source: Schweizerische Post)

Postzustellungen per Drohne sind keine Zukunftsmusik mehr, zumindest nicht für das Zentrallabor Zürich. In dessen Auftrag liefert die Schweizerische Post seit dem 17. Dezember regelmässig Laborproben per Drohne aus. Dabei werden die Laborproben auf der 5,8 Kilometer langen Strecke zwischen der Hirslanden Klinik Im Park und dem Standort des Zentrallabors (ZLZ) an der Forchstrasse in Zollikon über den Zürichsee geflogen.

Wie die Post mitteilt, benötigt die Drohne des Herstellers Matternet für die Strecke rund sieben Minuten und ist somit fünfmal schneller am Ziel als ein Auto oder Motorrad. Auch Staus oder gesperrte Strassen behindern die Lieferung nicht.

Das ZLZ analysiere im Hauptlabor auch Proben, die während einer laufenden Operation entnommen würden. "Da der Patient während der Analyse in Narkose liegt, spielt hier der Zeitgewinn eine bedeutende Rolle für ihn", sagt Marco Fischer, Geschäftsführer vom ZLZ.

Diese Flugstrecke der Postdrohne bewilligte das BAZL . (Source: Schweizerische Post)

Weniger Lärm und Kollisionswarngerät

Im Juni 2018 begann die Post im Rahmen eines Testprogramms bereits damit, ZLZ-Laborproben per Drohne zu transportieren. Lesen Sie im hier verlinkten Beitrag mehr zum Drohnentest der Post vom Juni. Rund 50-mal sei die Drohe damals ohne Zwischenfall hin und her geflogen. Wie die Post berichtet, empfanden aber einige Anwohner die Drohne während der Testphase als zu laut. Deshalb sei der Landeplatz nach den ersten Testflügen verschoben worden.

Laut Post fliegt die Drohne autonom auf der vom Bundesamt für Zivilluftfahrt bewilligten Strecke. Das Gerät verfüge über keine Kamera, habe aber ein Kollisionswarngerät und verschiedene Sicherheitssysteme an Bord. Weil die Drohne ihren Flugweg berechne und per Funk aussende, sei sie auch für Helikopter erkennbar.

Zürich ist die zweite Schweizer Stadt, in der regelmässig Lieferungen per Postdrohne verteilt werden. In Lugano transportieren Drohnen täglich Blutproben zwischen zwei Spitälern hin und her "Drohnen werden in Zukunft die traditionelle Paketzustellung und den Pöstler sinnvoll ergänzen, jedoch nicht ersetzen", heisst es bei der Post.

Aber nicht nur bei der Post kommen Drohnen zum Einsatz. Die Universität Zürich entwickelte eine faltbare Drohne, die Rettungsteams unterstützen soll. Hier geht's zum Beitrag.

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