KIs sind voreingenommen

Gartner widerlegt 5 Mythen rund um KIs

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KIs werden nur repetitive Jobs ersetzen, die keine höheren Abschlüsse brauchen. Stimmt nicht, sagt Gartner. Das Unternehmen widerlegt in einem Blogbeitrag fünf Mythen rund um KIs.

(Source: Anson / Fotolia.com)
(Source: Anson / Fotolia.com)

Gartner ist im Vorfeld seines Data & Analytics Summit, der vom 4. bis 6. März in London stattfindet, auf Mythen rund um künstliche Intelligenz (KI) eingegangen. Laut dem Beratungsunternehmen sind folgende fünf Aussagen ein Irrglauben:

1. Künstliche Intelligenz funktioniert wie das menschliche Gehirn

Künstliche Intelligenz ist eine Disziplin der Computertechnik, die aus Software-Tools besteht, welche Probleme lösen. Das bedeute aber nicht, dass KI ähnlich oder gleichwertig mit der menschlichen Intelligenz sei, schreibt Gartner. "KI löst heute eine Aufgabe ausserordentlich gut", sagt Alexander Linden, Research Vice President bei Gartner. "Ändern sich die Bedingungen dieser Aufgabe nur geringfügig, schlägt die KI fehl."

2. Intelligente Maschinen lernen von selbst

Um KI-basierte Systeme zu entwickeln, braucht es Menschen. Etwa Datenwissenschaftler, die Probleme definieren, Daten aufbereiten, Datensätze bestimmen, Verzerrungen entfernen und die Software aktualisieren, um neue Erkenntnisse und Daten zu integrieren.

3. KI ist frei von Vorurteilen

KI basiert auf Daten, Regeln und Eingaben von menschlichen Experten. Sie ist voreingenommen - ähnlich wie der Mensch. "Es gibt keinen Weg, die Befangenheit komplett auszublenden", sagt Linden. "Wir müssen aber versuchen, sie auf ein Minimum zu reduzieren."

4. KI wird nur repetitive Jobs ersetzen, die keine höheren Abschlüsse brauchen

KI kann auch komplexe Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel im Gesundheitswesen, etwa für Röntgenapplikation. Oder in der Finanz- und Sicherungsindustrie, wo Roboadvisor Aufgaben in der Vermögensverwaltung und in der Betrugserkennung übernehmen. Gartner empfiehlt Geschäfts- und IT-Führungskräften darum, ihre Kapazitätsplanung und Stellenprofile anzupassen und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Mitarbeiter anzubieten.

5. Nicht jedes Geschäft braucht eine KI-Strategie

Jede Firma sollte sich mit dem Einfluss von KIs auf die Strategie beschäftigen und sich fragen, ob sie Probleme im Geschäft lösen können. Wer KIs nicht nutze, könnte die nächste Phase der Automatisierung verpassen und einen Wettbewerbsnachteil erleiden.

Warum KI bereits Musik komponieren aber keine Bücher schreiben kann, erfahren Sie in diesem Artikel. Laut Daten von MSM Research führen KIs in der Schweiz noch ein Schattendasein. Warum das so ist, erklärt Philipp A. Ziegler in einem Fachbeitrag.

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