Drei Abteilungen ausgenommen

SAP schickt 4400 Mitarbeiter in den Vorruhestand

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SAP muss Kosten senken und Wachstum finanzieren. Entsprechend werden weltweit 4400 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, einige treten damit frühzeitig in den Ruhestand. Drei Abteilungen sind vor der Restrukturierung geschützt.

(Source: Elena Saharova / unsplash.com)
(Source: Elena Saharova / unsplash.com)

SAP rechnet damit, dass weltweit 4400 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen werden. Das Management akzeptiere es auch, wenn die Zahl noch höher sein sollte. Wie Bill McDermott, CEO von SAP, im Interview gegenüber dem "Handelsblatt" verriet: es gehe nicht darum, die Kosten zu senken, sondern neues Wachstum zu finanzieren. Dafür brauche der Softwarehersteller Technologien wie Cloud-Computing, das Internet der Dinge und künstliche Intelligenz.

Mit dem betriebswirtschaftlichen Programm wolle SAP die Belegschaft umbauen. 800 bis 950 Millionen Euro plane der Konzern ein, um Mitarbeiter vorzeitig in den Ruhestand zu verabschieden oder ihnen Abfindungen anzubieten. Es gebe ein neues Altersteilzeit-Programm, auf das sich Management und Konzernbetriebsrat frisch einigen konnten.

Gleichzeitig suche SAP in Wachstumsbereichen weiter Mitarbeiter. "Wir gehen davon aus, dass wir Ende des Jahres mehr Mitarbeiter haben werden als jetzt", sagt Cawa Younosi, Personalchef von der deutschen Gesellschaft, gegenüber dem "Handelsblatt". Im März solle entsprechend eine Rekrutierungsoffensive beginnen.

SAPs Gründe für das Programm

Angesichts von Technologien wie künstliche Intelligenz und Blockchain verändere sich der Umgang mit Unternehmenssoftware stark. Gleichzeitig tummeln sich zahlreiche Wettbewerber wie Oracle, Salesforce, Workday oder diverse Start-ups in der Branche. Dementsprechend verändere sich auch SAPs Geschäft.

Analysten und Aktionäre forderten aufgrund von hohen Investitionen eine Verbesserung der Profitabilität. Das Management betone, dass das Cloud-Geschäft mit dem Wachstum immer effizienter werde. Es sei eine "stärkere Fokussierung auf strategisch wichtige Bereiche" geplant - und diese Restrukturierung soll ab 2020 jährlich 750 bis 850 Millionen Euro an Einsparungen bringen.

Wie genau SAP mit dem Cloud-Geschäft wächst, können Sie hier nachlesen.

Perspektive der Belegschaft

Konkrete Pläne habe der Vorstand noch nicht vorgelegt. Doch eine E-Mail an die Belegschaft, die dem "Handelsblatt" vorliege, lasse Prioritäten ablesen. Das Mail liste auf, welche Mitarbeitergruppen und Organisationen nicht am Abfindungsprogramm teilnehmen dürfen - und entsprechend vor der Restrukturierung geschützt sein dürften:

  • Machine Learning

  • Analytics Cloud

  • Datenschutz und -sicherheit

Unter den Mitarbeitervertretern liefen nun Diskussionen und die aufkommende Unsicherheit müsse mit Investitionen in die Weiterbildung der Belegschaft gekontert werden. Es müsse auch einen Plan geben, damit ältere Mitarbeiter ihr Know-how weitergeben könnten, bevor sie in den frühen Ruhestand treten.

"Bei der Restrukturierung 2015 habe ich diesen Wissensabfluss leider zu oft beobachten müssen", sagt Andreas Hahn, Mitglied im Aufsichtsrat von SAP für Präsidial- und Personalausschuss, gegenüber dem "Handelsblatt".

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