Nachgefragt zum Digital Economy Award

Anke Bridge Haux: "Nehmt uns mit auf die Transformationsreise!"

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Anke Bridge Haux ist Head Digitalization & Products von Credit Suisse Schweiz – und Jurypräsidentin der Kategorie ­"Digital ­Transformation NPO / Public" beim Digital Economy Award 2019. Im Interview spricht sie über die Kür der Sieger und die Diversität in der IT-Branche.

Anke Bridge Haux, Head Digitalization & Products, Credit Suisse Schweiz. (Source: Samuel Trümpy Photography)
Anke Bridge Haux, Head Digitalization & Products, Credit Suisse Schweiz. (Source: Samuel Trümpy Photography)

Als Jurypräsidentin der Kategorie «Digital Transformation NPO / Public» haben Sie ein breites Spektrum an Projekten beurteilt. Worauf kommt es in dieser Kategorie besonders an?

Anke Bridge Haux: Die Digitalisierung wird Teil der Zukunft sein und alle Branchen und Unternehmen aller Grös­sen erfassen. Besonders Nonprofit-Organisationen verfügen oftmals über geringere finanzielle Mittel als Unternehmen in anderen Branchen. Umso spannender war es für uns als Jury zu sehen, mit welcher Vision, Strategie und Kultur die teilnehmenden Firmen die Digitalisierung ihres Geschäftsmodells und damit die Transformation vorangetrieben haben, um das Kundenerlebnis weiter zu verbessern.

Wie haben Sie den Juryprozess erlebt?

Sowohl die Bewerber als auch unser Jury-Team waren sehr engagiert und professionell. Wir konnten auf eine Expertenrunde aus den unterschiedlichsten Bereichen und Disziplinen setzen – beste Voraussetzung, um die Projekte aus jedem Blickwinkel zu betrachten. Zusätzlich konnten wir die Kandidatinnen und Kandidaten am Jurytag persönlich kennenlernen, was sehr spannend war. Unser Dank gilt auch der Swiss-ICT-Fachgruppe für die gezielte Unterstützung während des gesamten Prozesses.

Für die Finalisten geht es nun in die zweite Runde mit Pitches und Interviews. Welche Tipps haben Sie für die Bewerber?

Bleibt euren Projekten treu und nehmt uns mit auf die Transformationsreise eurer Firma zur weiteren Verbesserung des Kundenerlebnisses! Die beste Idee ist genau so viel Wert, wie sie Kunden einen Mehrwert bringt. Der Mensch bleibt auch mit fortschreitender Digitalisierung im Mittelpunkt. Und für den Pitch selbst: Haltet fest an eurem Herzblut und positiver Energie!

Frauen sind in den Führungsgremien noch immer untervertreten – insbesondere in der Digitalwirtschaft. Wie sehen Sie das?

Vielfalt ist entscheidender Bestandteil unseres Geschäfts und ein, wenn nicht sogar der wichtigste Treiber von Innovation. Dies wurde bereits in diversen Studien aufgezeigt. Unter anderem in der diesjährigen Ausgabe des Berichts «CS Gender 3000», die offenlegt: Es gibt einen Zusammenhang von Geschlechtervielfalt und einer herausragenden Unternehmensperformance. Dabei ist es leider eine Tatsache, dass Frauen in den obersten Geschäftsführungspositionen noch untervertreten sind.

Wie kann man das Ihrer Ansicht nach ändern?

Daran arbeiten wir konsequent. Vielfalt geht in meinen Augen über die Geschlechterfrage hinaus, hin zur Vielfalt auf weiteren, ganz unterschiedlichen Ebenen in Richtung kognitive Diversität. Also: Wie denkt eine Person? Wie löst sie ein Problem? Ein in diesem Sinne möglichst diverses Team wird die besten Ergebnisse erarbeiten. Voraussetzung dafür ist ein gemeinsam definiertes Ziel sowie eine vertrauensbildende Kultur.

Was haben die Award-Gewinner davon, die Trophäe in der Kategorie NPO / Public mit nach Hause zu nehmen?

Die Gewinner haben bewiesen: Die digitale Ära ist in ihrem Unternehmen angekommen und zwar mit der erforderlichen Priorität und Innovationskraft! Die Gewinner können sich auf eine erhöhte Wahrnehmung sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der Öffentlichkeit freuen. Die Auszeichnung würdigt das ausserordentliche Engagement des Gewinnerteams und sollte in Zeiten des Wandels motivieren. Der Award bietet aufgrund von Partnerschaften Zugang zu einem internationalen Netzwerk, um innovative Schweizer Unternehmen bewusst über die Landesgrenze hinweg zu fördern.

Webcode
DPF8_157084

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