Comparis-Umfrage

Apples Vormachtstellung in der Schweiz ist in Gefahr

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Comparis hat den Schweizer Smartphone-Markt untersucht. Eine Umfrage ergab einen deutlichen Generationengraben bei der Zahlungsbereitschaft für Handys. Bei den Jüngeren sitzt das Geld lockerer.

(Source: franckreporter / iStock.com)
(Source: franckreporter / iStock.com)

Die Schweiz ist zwar immer noch ein iPhone-Land, die Dominanz von Apple hierzulande nimmt aber ab. Wie eine Umfrage von Innofact im Auftrag von Comparis mit mehr als 2000 Teilnehmern aus der Schweiz ergab, nutzten im vergangenen Jahr 44,4 Prozent der Erwachsenen hierzulande ein iPhone. In diesem Jahr sank die iPhone-Quote auf 42,6 Prozent. Zudem beabsichtigen nur noch 37,6 Prozent der Befragten, beim nächsten Smartphonekauf zu einem iPhone zu greifen. 13,6 Prozent der Teilnehmer sagen, sie seien noch unschlüssig über das künftige Betriebssystem. Zum Vergleich: Weltweit beträgt der Marktanteil von Apples iOS laut Statcounter in diesem Jahr rund 22 Prozent.

(Source: Comparis)

iPhone als Statement

Comparis meldet einen deutlichen Generationengraben. Der Anteil der überzeugten Android-User liegt über die Generationen hinweg stabil zwischen 46 und 48 Prozent. Der Anteil der Apple-Fans hingegen ist unter den Älteren deutlich kleiner. Von den unter 36-Jährigen wollen 42,5 Prozent in den nächsten 12 Monaten ein iPhone kaufen. Bei den 36- bis 55-Jährigen sinkt der Anteil auf 37,5 Prozent. Bei den über 56-Jährigen sind es nur noch 32,2 Prozent, die ein iPhone kaufen möchten. Besonders gross ist in dieser Altersgruppe der Anteil der Unschlüssigen mit 18,8 Prozent, was mehr als doppelt so hoch wie bei den unter 36-Jährigen ist. Comparis-Telekom-Experte Jean-Claude Frick sagt, dass insbesondere für jüngere Nutzer vor allem das Markenimage eine Rolle für den Kaufentscheid spiele. Vom Funktionsumfang her habe Android längst das Level von iOS erreicht.

"Es muss nicht mehr das Topmodell sein"

Längst hätten auch Mittelklasse-Smartphones ein ansprechendes Niveau erreicht und deckten die Bedürfnisse der meisten Nutzer ab. "Wer eine brauchbare Kamera, ansprechendes Design und gute Akkulaufzeit braucht, muss heute nicht mehr zum Topmodell greifen", sagt Frick. Kaum jemand will tatsächlich den Preis der neuen Flagship-Handys bezahlen. Bloss 3,4 Prozent der Befragten gibt an, für das nächste Smartphone über 1000 Franken auszugeben. Bei Geräten mit einer Preisspanne von 800 bis 1000 Franken liegt der Anteil der Kaufwilligen ebenfalls bei durchschnittlich 8,7 Prozent. Bei der Zahlungsbereitschaft zeigt sich ein Auseinanderklaffen der Generationen: Während von den über 55-Jährigen nur 5,2 Prozent über 800 Franken für ein neues Smartphone ausgeben wollen, sind es bei den 18- bis 35-Jährigen doppelt so viel (11,1 Prozent).

Bei den Jüngeren sitzt das Geld lockerer

Im Schnitt wollen Schweizer für ihr nächstes Handy 447 Franken zahlen. Bei den unter 36-Jährigen sitzt das Geld mit einem geplanten durchschnittlichen Kaufpreis von 494 Franken allerdings deutlich lockerer als bei den älteren Generationen (36- bis 55-Jährige: 433 Franken, Ü55: 413 Franken). Mehr als die Hälfte der über 35- bis 74-Jährigen will weiterhin nicht mehr als 400 Franken für ein neues Handy ausgeben.

Tatsächlich nutzen bloss 5,1 Prozent der Befragten das Samsung-Flagship-Gerät S9/S9 Plus, 4,6 Prozent ein iPhone XS/XS Max und 1,7 Prozent ein Huawei P30/P30 Pro. Das sind also insgesamt knapp 10 Prozent aller Smartphone-Besitzer in der Schweiz. Auch die Vormodelle im Topsegment sind nicht viel stärker verbreitet: So haben 6,1 Prozent der Umfrageteilnehmer ein iPhone X und 6,3 Prozent ein Samsung Galaxy S8/S8+. Mehr als zwei Drittel der Befragten besitzen aber ein älteres iPhone und 12,6 Prozent ein älteres Samsung-Modell. Frick sagt: "Es wird für Smartphone-Hersteller immer schwieriger, die teilweise sehr hohen Preise ihrer Topmodelle zu rechtfertigen. Die stagnierende Entwicklung ganz neuer Funktionen und das hohe technische Niveau heutiger Smartphones senken die Bereitschaft, jedes Jahr viel Geld für ein neues Modell auszugeben."

(Source: Comparis)

Die deutliche Mehrheit der Befragten gibt an, zu glauben, dass sie aufgrund von gestiegenen Gerätepreisen ihr Handy länger nutzen. Allerdings stellt Comparis keine Gewohnheitsveränderung fest. Aktuell besitzt fast die Hälfte der Umfrageteilnehmenden (45,7 Prozent) ihr Gerät nur 2 bis 3 Jahre. Mehr als die Hälfte plant eine Gerätenutzung von 2 bis 3 Jahren (53,3 Prozent). In den nächsten 12 Monaten planen 57,1 Prozent der befragten Personen ein neues Smartphone zu kaufen. Ein nächstes Handy wollen wiederum praktisch gleich viele Befragte 2 bis 3 Jahre behalten (53,1 Prozent). Der Anteil der Personen, die ihr Handy 4 Jahre und länger behalten wollen, bleibt bei 32 Prozent (geplante Nutzung aktuelles Gerät) beziehungsweise 30,5 Prozent (geplante Nutzung neues Gerät).

(Source: Comparis)

(Source: Comparis)

Eventuell muss sich Apple in einigen Jahren keine Gedanken mehr um die sinkenden iPhone-Nutzerzahlen machen. Denn Ein internes Meeting brachte konkrete Informationen über zwei Smart-Brillen von Apple ans Licht. Das Unternehmen will damit in einem Jahrzehnt das iPhone ablösen. Hier erfahren Sie mehr.

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