Jahreszahlen 2019

Warum Swisscom weniger Umsatz macht - und trotzdem mehr verdient

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Das Kerngeschäft macht der Swisscom zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2019 schreibt das Unternehmen weniger Umsatz, dank Sondereffekten jedoch mehr Gewinn. Für die kommenden Jahre ist der Telko weiterhin auf Sparkurs.

Swisscom-CEO Urs Schaeppi muss 2019 einen Umsatzrückgang verbuchen. (Source: zVg)
Swisscom-CEO Urs Schaeppi muss 2019 einen Umsatzrückgang verbuchen. (Source: zVg)

Die Swisscom hat im Geschäftsjahr 2019 weniger umgesetzt, aber mehr Gewinn verbucht. Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 11,45 Milliarden Franken. Als Grund für das Minus nennt die Swisscom den verschärften Preis- und Wettbewerbsdruck.

Der Betriebsgewinn stieg indes. Die Einnahmen vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertberichtigungen (EBITDA) legten um 3,4 Prozent auf 4,36 Milliarden Franken zu. Das Wachstum verdankt die Swisscom allerdings vor allem einer Änderung der Buchführung. Die neuen Vorschriften zur Rechnungslegung von Leasingverhältnissen (IFRS 16) hätten das Ergebnis um 200 Millionen Franken höher ausfallen lassen, berichtet "SRF".

Auch unter dem Strich steht ein Plus. Die Swisscom verbuchte einen Reingewinn von 1,67 Milliarden Franken – 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Grund nennt der Telko "Einmaleffekte im Ertragssteueraufwand" – die 2019 angenommene Unternehmenssteuerreform bescherte der Swisscom einen positiven Steuereffekt von knapp 270 Millionen Franken.

Swisscom schwächelt in der Schweiz, Fastweb wächst in Italien

Das Kerngeschäft von Swisscom ist weiterhin rückläufig. Im hiesigen Markt sank der Umsatz um 2,8 Prozent auf 8,56 Milliarden Franken. Der Umsatzrückgang bleibt gegenüber dem Vorjahr in etwa gleich: Im Geschäftsjahr 2018 schrumpften die Erlöse im Schweizer Kerngeschäft um 2,7 Prozent, wie Sie hier nachlesen können.

Die Begründung für das rückläufige Geschäft lautete im Vorjahr gleich wie heute: Preisdruck und Rückgang der Festnetztelefonie. Vor allem das Grosskundengeschäft scheint darunter zu leiden: Hier schrumpfte der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf 919 Millionen Franken.

Das Geschäft in Italien wächst hingegen nach wie vor: Der Umsatz mit Fastweb wuchs im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 114 Millionen Euro.

Mehr gespart als geplant

Der 2016 verordnete Sparkurs geht weiter. Die Swisscom verfolgt weiterhin das Ziel, die Kosten um 100 Millionen Franken pro Jahr zu senken. Dieses Ziel habe das Unternehmen 2019 übertroffen, heisst es in der Mitteilung. Die Zahl der Vollzeitstellen sank um 3 Prozent auf 16'628 per Ende 2019.

Für 2020 rechnet die Swisscom mit einem "leicht rückläufigen Stellenangebot in der Schweiz". Das Unternehmen möchte den Stellenabbau soweit wie möglich über natürliche Fluktuation und Pensionierungen auffangen oder alternative Lösungen finden.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 rechnet die Swisscom mit sinkenden Umsatz- und Gewinnzahlen. Der Telko peilt einen Nettoumsatz von 11,1 Milliarden Franken und einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 4,3 Milliarden Franken an.

Anfang Jahr schloss sich die Swisscom einem Zusammenschluss vier grosser europäischer Telekom-Anbieter an. Die Mitglieder der sogenannten Freemove-Alliance arbeiten im Roaming-Bereich und bei Dienstleistungen für Geschäftskunden zusammen. Bis im Sommer hat allerdings noch ein anderer Schweizer Telko einen Partnervertrag. Lesen Sie hier mehr dazu.

Swisscom TV legt leicht zu, Bündelangebote gefragt

Der Bestand an TV-Kunden stieg um 2,4 Prozent auf 1,56 Millionen, die Zahl der Breitbandanschlüsse blieb stabil bei rund 2 Millionen. Für die Swisscom ein Erfolg, zumal die Märkte eigenen Angaben zufolge gesättigt und stark promotionsgetrieben sind.

Auch die Bündelangebote seien erfolgreich, heisst es weiter. Per Ende 2019 verzeichnete der Telko 2,75 Millionen "inOne"-Kunden. Davon hätten 1,15 Millionen Nutzer das im April 2019 lancierte Mobilfunkangebot "inOne mobile" gewählt. Die Bündelangebote "inOne" machten im Privatkundensegment 67 Prozent aller Postpaid-Mobilfunkabos und 68 Prozent der Festnetz-Breitbandanschlüsse aus.

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