Keine Anfrage der Finma erhalten

Update: Threema nimmt zur CS-Untersuchung Stellung

Uhr | Aktualisiert

In der Affäre um den Ex-CS-Banker Iqbal Khan spielt die Kommunikation des Bank-Managements eine Rolle. Das Problem: Die Nachrichten könnten verschlüsselt sein - mit der Schweizer App Threema. Die Entwickler von Threema nehmen Stellung dazu.

(Source: Dario Lo Presti / Fotolia.com)
(Source: Dario Lo Presti / Fotolia.com)

Update vom 22. Mai 2020: Threema hat sich zur Untersuchung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht in der CS-Beschattungsaffäre geäussert. "Die Finma hat von uns nie Einblick in Textnachrichten verlangt", teilt Mitgründer Martin Blatter mit. Der Entwickler der App sei auch zu keinem Zeitpunkt von der Behörde diesbezüglich kontaktiert worden.

Ein solcher Einblick wäre technisch unmöglich, sagt Blatter, denn sämtliche Nachrichten seien bei Threema Ende-zu-Ende verschlüsselt. "Das Schlüsselpaar erstellt der Nutzer selbst. Dabei verbleibt der private Schlüssel, der zum Entschlüsseln benötigt wird, auf dem Handy des Nutzers. Andererseits werden Nachrichten bei uns nicht gespeichert oder protokolliert."

Originalmeldung vom 20. Mai 2020: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma verlangt Einblick in Textnachrichten, die sich Top-Manager der Credit Suisse während der Beschattungsaffäre um den Ex-CS-Banker Iqbal Khan zuschickten. Wie "Finews" berichtet, sei zwar der Name der Personen nicht bekannt, allerdings der Dienst, mit dem die Nachrichten verschickt wurden. Es handelt sich um die App "Threema" des gleichnamigen Verschlüsselungs-Anbieters aus Pfäffikon (SZ).

Teile der Finma-Untersuchung drehten sich um die Frage, ob Geschäftsleitungsmitglieder der CS verschlüsselte Threema-Nachrichten benutzten, um den Inhalt von Diskussionen geheim zu halten, schreibt Finews unter Berufung auf einen "Reuters"-Artikel. So hätten der ehemalige Operativchef Pierre-Olivier Bouee und Verwaltungsratspräsident Urs Rohner Threema verwendet. Die Credit Suisse teilte dazu mit, Rohner habe Threema nie in einem geschäftlichen Zusammenhang benutzt.

Banker beschattet

Gegen die Credit Suisse wird ermittelt, nachdem im vergangenen September bekannt wurde, dass sie einen Privatdetektiv angeheuert hatte, um Iqbal Khan, den ehemaligen Leiter ihres internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts, zu beschatten. Die Bank habe versucht herauszufinden, ob Khan bei seinem Wechsel zur Konkurrenzbank UBS Kunden mitnehmen wollte.

Die Finma habe bei ihren Ermittlungen noch niemanden eines Fehlverhaltens beschuldigt, schreibt Reuters. Weder die Aufsichtsbehörde noch die Credit Suisse wollten laut Bericht zur Untersuchung der Textnachrichten oder zur Verwendung von Messengern Stellung nehmen.

Anbieter von digitaler Verschlüsselung geraten vermehrt ins Visier, wenn Ermittler Einsicht in Dokumente und Nachrichten nehmen wollen. Wie Threema damit umgeht, lesen Sie hier im Interview mit Roman Flepp, Head of Marketing & Sales, beim App-Entwickler.

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