AWS gegen Microsoft

Weiterer Rückschlag für Amazon im Streit um JEDI-Projekt

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von Coen Kaat

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium hat die Vergabe im JEDI-Projekt überprüft und bleibt bei seiner Entscheidung: Microsoft soll die Cloud-Computing-Dienste realisieren. Schon seit der Vergabe hagelt es aber Kritik – und Amazon bekräftigt erneut, dass das Unternehmen nicht locker lassen will.

(Source: Tom Bayer / Fotolia.com)
(Source: Tom Bayer / Fotolia.com)

Ende Oktober 2019 hat Microsoft einen lukrativen Auftrag vom Department of Defense (DoD), dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten, erhalten. Der Cloud-Auftrag hat ein Volumen von maximal 10 Milliarden US-Dollar. Dieser Höchstbetrag ist auf eine Laufzeit von 10 Jahren festgelegt.

Die Vergabe wurde sogleich nach dem Bekanntwerden angefochten. Vor allem Amazon äusserte laute Kritik und zwang das Pentagon (der Hauptsitz des DoD), das Projekt zu überprüfen.

DoD bleibt dabei

Der erste Rückschlag für Amazon erfolgte im April: Die interne Kontrollbehörde des Pentagons stellte keine formellen Fehler bei der Auftragsvergabe fest. Amazon gab jedoch nicht auf.

Nun veröffentlichte das DoD ein weiteres Statement – nach einer "umfassenden Neubewertung der JEDI-Cloud-Angebote", wie das Ministerium schreibt. Darin findet es klare Worte: "Microsofts Vorschlag stellt weiterhin den besten Mehrwert für die Regierung dar."

Amazon lässt nicht locker

Das Statement des DoD überzeugt Amazon jedoch nicht; das Unternehmen veröffentlichte einen Blogeintrag. Darin verweist es etwa auf "zahlreiche Materialbewertungsfehler" bei der Vergabe. Auch wirft Amazon dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump darin vor, das Budget des DoD zu nutzen, um seine eigenen politischen Ziele umzusetzen.

Der Blogeintrag endet mit ebenfalls klaren Worten: Amazon werde auch angesichts gezielter politischer Vetternwirtschaft oder illusorischer Korrekturmassnahmen keinen Rückzieher machen. "Wir werden weiterhin eine faire, objektive und unparteiische Überprüfung anstreben."

Oracle blitzt ebenfalls ab

Auch Mitbieter Oracle kam mit seinen Protesten nicht weit. Anfang September wies ein Berufungsgericht eine Klage des Unternehmens zurück, wie Bloomberg berichtet. Das Gericht urteilte, dass Oracle keinen Schaden zu beklagen habe, da es sich ohnehin nicht für den Vertrag qualifiziert hätte.

Das Cloud-Projekt des DoD ist ein Auftrag mit einem festem Preis, aber einem unbegrenzten beziehungsweise unbestimmten Umfang. Der Dienstleister soll im Rahmen des Auftrags dem Verteidigungsministerium eine vollständige Palette an Cloud-Computing-Diensten zur Verfügung stellen.

Lesen Sie hier eine ausführlichere Chronik über die Vergabe, die darauf folgenden Proteste von Amazon sowie den Streit zwischen Donald Trump und Amazon-CEO Jeff Bezos. Übrigens: Das JEDI-Projekt fiel schon lange vor der Entscheidung auf einen Dienstleister auf. Die Bieter mussten ihre Konzepte für das hochmoderne und hochsichere Cloud-System auf ein altmodisches Medium einreichen: auf DVDs. Lesen Sie hier im IT-Security-Blog von IT-Markt mehr dazu (Eintrag "Pentagon sucht nach Jedi – aber auf die altmodische Art" vom 28. September 2018).

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