20 Jahre Netzwoche

2011: Die Zeiten ändern sich, die Themen bleiben

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Die erste Hälfte ist geschafft: 2011 blickt die Netzwoche bereits auf mehr als ein Jahrzehnt IT-Entwicklung in der Schweiz zurück. Ein Blick in die Ausgaben des Jahres zeigt: Die Themen, die damals im Mittelpunkt standen, beschäftigen die­Redaktion auch heute noch.

(Source: Netzmedien)
(Source: Netzmedien)

An News mangelt es im IT-Jahr 2011 nicht. Microsoft kauft Skype für 8,5 Milliarden US-Dollar, Google versucht, Facebook mit dem sozialen Netzwerk Google+ gefährlich zu werden, Twitter wird im Arabischen Frühling zur Protest-Plattform, und Apple verliert seinen langjährigen CEO Steve Jobs nach langem Kampf gegen den Krebs. Dass zu wenig los sei, darüber kann sich die Redaktion der Netzwoche also nicht beschweren. Neben den Neuigkeiten gibt es aber auch Themen, die in den vergangenen 20 Jahren in der einen oder anderen Form immer wieder auftauchen.

Zu Jahresbeginn steht das Kernthema vieler Firmen-Informatiker schlechthin im Vordergrund: Die Business-IT. Adrian Schlund, der neue Schweiz-Chef von Oracle, verrät im Interview mit Chefredaktor Thomas Brenzikofer, was der US-Datenbankprofi nach der Übernahme von Sun Microsystems vorhat. Um Social Media geht es im Februar. Simon Zaugg geht der Frage nach, ob mit Facebook ein neues "Internet-Betriebssystem" entsteht oder ob Mark Zuckerbergs Start-up schon bald wieder Geschichte sein könnte. Nächster Halt: Open Source. Der Linux-Distributor Red Hat will in der Schweizer Unternehmenswelt Fuss fassen. Country Manager Léonard Bodmer sagt, wie er dabei vorgehen will. Im April macht die Schweizer IT-Start-up-Szene von sich reden. Für deren Gedeihen stünden die Chancen gut, heisst es in der Netzwoche. Geld ist vorhanden, Initiativen und gute Leute ebenfalls. Doch es mangelt an Risikofreude, sowohl bei Investoren als auch bei Jungunternehmern.

Seit der Lancierung der Netzwoche sind sie ein ständiger Begleiter der Redaktion: IT-Analysten. Ein Artikel schildert im Mai, wie sich deren Geschäftsmodell langsam wandelt. IDC, Gartner und Konsorten produzieren längst nicht mehr nur Studien und Prognosen, sie betätigen sich vermehrt als CIO-Berater. Nachdem es in den Nachwehen der Finanzkrise etwas aus dem Scheinwerferlicht gerückt war, kommt im Frühsommer der Dauerbrenner Fachkräftemangel zurück. Oder genauer: die Fachkräftesuche mit Mängeln. Denn wie Simon Zaugg schreibt, legen sich die Firmen oft selbst Steine in den Weg. Im Juli befasst sich die Redaktion mit dem Problem, dass Frauen in der IT weitaus seltener anzutreffen sind als Männer. "Sucht man Frauen in den Teppichetagen von Schweizer IT-Unternehmen, dann sucht man die Nadel im Heuhaufen", schreibt Anja Schütz. Doch es gibt sie – wie sie in einer Titelgeschichte zeigt.

Die Zeit nach der Sommerpause steht im Zeichen der Cybersicherheit. Die Sensibilität für Gefahren aus dem digitalen Raum steigt. Doch während man sich vielerorts in technischem Aktionismus übt, fordern Experten im Kampf gegen die immer professionelleren Cybergangster ein Umdenken organisatorischer und strategischer Art.

2011 wird in der Schweiz gewählt. Da darf das Thema E-Voting natürlich nicht fehlen. Vorerst soll den Schweizerinnen und Schweizern im Ausland ermöglicht werden, per Internet bei politischen Entscheidungen mitzureden. Doch bis dahin ist es noch ein steiniger Weg, wie Anja Schütz schreibt. Vier Jahre sind seit der Lancierung des iPhones vergangen, nun sind Mobilgeräte endgültig in den Unternehmen angekommen. Das freut die Mitarbeiter, stellt die IT aber vor erhebliche Probleme. Die Netzwoche stellt Strate­gien für Mobile Device Management vor und gibt Tipps für mobile Sicherheit. Spätestens seit der ersten Verleihung der "Best of Swiss Web"-Awards ist Webdesign eines der zentralen Themen der Netzwoche. "Wenn es um Barrierefreiheit und die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen geht, haben die Webentwickler noch Nachholbedarf", schreibt Janine Aegerter im November.

Die Netzwoche beendet das Jahr 2011 mit Fintech. Im Zentrum steht die Frage, ob Onlineplattformen, Crowdfunding und Mobile Banking den angestammten Playern der Finanzbranche den Rang ablaufen. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", lautet das Fazit von Simon Zaugg. Er beendet seinen Artikel deshalb mit einem Zitat von Bill Gates: "Wir neigen dazu, das Internet kurzfristig zu über- und ­langfristig zu unterschätzen."

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