Gesetzgeber gefordert

Kanton Zürich will Baugesuche vollständig digitalisieren

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Seit Februar betreibt der Kanton Zürich die Plattform "eBaugesucheZH". Eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus. Um aber künftig Baugesuche gänzlich digital einreichen zu können, braucht es gesetzliche Anpassungen.

(Source: zhu difeng / Fotolia.com)
(Source: zhu difeng / Fotolia.com)

Im Februar 2020 hat der Kanton Zürich die Plattform "eBaugesucheZH" in Betrieb genommen, über die sich Baugesuche elektronisch einreichen lassen. In einer Mitteilung zieht die Baudirektion ein erstes positives Fazit: Die Plattform werde von Gesuchstellenden und Gemeindemitarbeitenden als zukunftsweisende und benutzerfreundliche Onlinedienstleistung wahrgenommen. "Sie bietet Transparenz in Bezug auf den Bearbeitungsstatus von Baugesuchen und ermöglicht eine effiziente Kommunikation mit allen Beteiligten."

14 Zürcher Gemeinden sind derzeit an die Plattform angebunden, darunter Dübendorf, Pfäffikon und Thalwil. Die zwei grössten Zürcher Städte, Zürich und Winterthur, kommen in nächster Zeit dazu, sagt ein Sprecher auf Anfrage. Bereits Ende September schaltet der Kanton eine neue Version der Plattform auf. Sie sei anhand der Rückmeldungen aus den teilnehmenden Gemeinden verbessert worden, heisst es in der Mitteilung.

Noch geht's nicht ohne Papier

Technisch wäre es mit der neuen Plattform möglich, den Baubewilligungsprozess komplett digital zu gestalten, heisst es in der Mitteilung weiter. "Da jedoch im Kanton Zürich die gesetzlichen Grundlagen für ein elektronisches Handeln im Verwaltungsverfahren bisher fehlen, werden nach wie vor gewisse Papierdokumente benötigt." Namentlich müssen Gesuchstellende zwei Papierexemplare des Baugesuchs, der Gesuchsunterlagen und der von Hand unterschriebenen Eingabequittung einreichen, während die Behörden wiederum den Baurechtsentscheid in Papierform verschicken müssen.

Nun sollen die Gesetze angepasst werden, und der Kanton habe dafür das Projekt "eBaugesucheZH – volldigital" gestartet. Laut der Mitteilung ist das Ziel, bis Mitte 2021 dem Regierungsrat einen Vorschlag für die zu schaffenden gesetzlichen Bestimmungen vorlegen zu können.

Den Auftrag zur Entwicklung der Plattform "eBaugesucheZH" hatte der Kanton Zürich vor drei Jahren der Firma Gemdat Informatik aus St. Gallen erteilt. Die Plattform sei realisiert worden, "um im Baubewilligungsverfahren den gesamten Daten- und Informationsaustausch einfacher, effizienter und transparenter zu gestalten, und zwar von der Eingabe bis zur Abnahme des Bauvorhabens", wie es in der Mitteilung heisst.

Webcode
DPF8_191559

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