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KMUs prägen den Markt - Corona beschleunigt Veränderungen

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Knapp zwei Drittel der Ausgaben im Schweizer ICT-Markt (B2B) werden 2020 durch die KMUs getätigt, dies entspricht insgesamt knapp 10 Milliarden Franken. Damit üben sie einen wesentlichen Einfluss auf den Gesamtmarkt aus, auch mit Blick auf die Coronakrise. Diese beschleunigt den Wandel der Businessmodelle und die Veränderungen im Umgang mit dem ICT-Betrieb.

Mit Blick auf die Unternehmensgrössenklassen und der vertikalen Ausrichtung präsentiert sich der KMU-Markt als ein sehr heterogenes Gebilde. Drei von vier KMUs verdienen ihr Geld mit Dienstleistungen (z.B. Detailhandel, Grosshandel, Gastronomie, Telekommunikationsdienste), wobei mehr als 50 Prozent aller Unternehmen Einzelunternehmen sind und über 90 Prozent aller Unternehmen weniger als 10 Mitarbeitende beschäftigen. Damit dominieren Mikro- und Miniunternehmen (was deren Anzahl betrifft) den Schweizer Markt.

Auch wenn sich die Schweizer Wirtschaft in den letzten Monaten positiver entwickelt hat als noch in den Frühlingsmonaten vielfach prognostiziert, so hält die Coronapandemie die Schweizer KMUs weiter in ihrem Bann. Sie stellt für 75 Prozent der KMUs zurzeit die grösste Herausforderung dar. Für viele ist Sichtflug angesagt. Eine Tag-für-Tag-Planung mit einem hohen Mass an Agilität und Flexibilität kennzeichnet die Handlungsweisen vieler Unternehmen. Dies mit grossen Herausforderungen für den ICT-Betrieb, der sich mit rasch ändernden Aufgaben und neuen Gegebenheiten konfrontiert sieht. Vorab die Sicherstellung des Betriebs und der Hochverfügbarkeit auch bei wechselnden Lastspitzen, das sichere Arbeitsplatzmanagement (Mobilität versus fester Arbeitsplatz) sowie die Entwicklung und Unterstützung von Services, welche die Innovationsfähigkeit, Wertschöpfung und die Geschäftsstrategie eines KMU sicherstellen und weiter fördern.

Corona verändert den ICT-Betrieb

Mit Blick auf den Betrieb und die Infrastruktur laufen nicht zuletzt deshalb in knapp der Hälfte der KMUs Evaluationsverfahren zur Frage, was künftig im eigenen Hause verbleiben und betrieben werden soll und wo bei der Nutzung externer Services und Plattformen Vorteile realisiert werden können. Die Coronakrise beschleunigt offensichtlich nicht nur die digitale Transformation vieler Unternehmen, sondern auch die verstärkte Infragestellung der Modelle und Form des weiteren Betriebs der ICT.

So hat unsere aktuelle Studienarbeit zum Thema ICT-Outsourcing in Schweizer KMUs auch aufgezeigt, dass rund 40 Prozent der befragten Unternehmen ihre Budgets und Ausgaben für Outsourcing-Services erhöhen werden. Dies auch mit dem Ziel, Kosten zu sparen, Transparenz zu schaffen und mit flexiblen, agilen Betriebsmodellen allen Bereichen gerecht zu werden und vorhandene Kapazitäten erfolgs- und zielorientiert einzusetzen.

Chance für Kurskorrekturen

Wie lange der Einfluss der Coronapandemie noch anhält und die Auswirkungen nachhallen werden, lässt sich auch heute noch nicht vorhersagen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Normalität eine andere sein wird und der Weg dahin nicht den Mustern und der Gangart vorhergehender Krisen folgen wird. Gerade mit Blick auf neue Businessmodelle und die Neuausrichtung der ICT bietet sich jetzt den KMUs die Chance, längst fällige Kurskorrekturen vorzunehmen. Wer alte Modelle nur weiter konsolidiert, wird nichts Neues schaffen und auf künftige Entwicklungen nicht erfolgreich agieren können.

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