Credit Suisse Retail Outlook

Corona-Boom im Schweizer Handel flacht ab

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von Leslie Haeny und jor

Insgesamt hat der Schweizer Detailhandel von der Coronapandemie profitiert. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Credit Suisse Retail Outlook. Vor allem Anbieter von Heimelektronik und Händler mit starker Positionierung im E-Commerce kamen bisher gut durch die Krise.

(Source: Blake Wisz / Unsplash)
(Source: Blake Wisz / Unsplash)

2020 ist ein Jahr der Herausforderungen gewesen - besonders für den Handel. Der Lockdown im Frühling und immer neue Schutzmassnahmen, die es schnell umzusetzen galt, beeinflussten den Geschäftsgang der Händler. Wie aus dem jährlich erscheinenden Retail Outlook der Credit Suisse hervorgeht, profitierte der hiesige Handel im Grossen und Ganzen trotzdem von der Pandemie.

Besonders gut liefen die Geschäfte im Food- und Near-Food-Bereich. Ebenfalls von der Krise profitierten laut Retail Outlook Unternehmen, die stark im E-Commerce sind. Händlern aus diesen Bereichen war es auch während des Lockdowns möglich, ihre Produkte zu verkaufen. Daher konzentrierte sich die Nachfrage von März bis Mai auf sie.

Der Onlinehandel legte 2020 kräftig zu. (Source: Credit Suisse Retail Outlook)

Der Onlinehandel boomte vergangenes Jahr und ist immer noch auf Hohem Niveau. So verschickt die Schweizerische Post auch Anfang 2021 noch 30 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr. Im Retail Outlook wird davon ausgegangen, dass der Umsatz im Onlinehandel 2020 um rund 55 Prozent stieg. "Wir erachten dies als zu hoch angesetzt und gehen von einem Wachstum von 35 Prozent aus", kommentiert Carpathia in einem Blogbeitrag.

Über das ganze Jahr betrachtet, habe der Detailhandel vom Mangel an Konsumalternativen wie Auslandreisen, Freizeitangebote und Gastronomie profitiert. Wie in der Studie steht, gingen die Umsätze mit Heimelektronik vor allem nach dem Lockdown im Frühling nach oben. So stiegen die Umsätze im Mai um 13 Prozent. Auch die Bereiche Haushalt und Wohnen (17 Prozent) und Personal Care und Gesundheit (10 Prozent) legten zu.

Nach dem Lockdown stiegen die Umsätze in mehreren Bereichen schlagartig. (Source: Credit Suisse Retail Outlook)

2021 wird’s schwierig

Die Studienautoren gehen davon aus, dass es schwierig sein wird, die guten Ergebnisse von 2020 in vielen Segmenten dieses Jahr zu halten oder zu übertreffen. Gerade die Bereiche Heimelektronik, Haushalt und Wohnen und Personal Care und Gesundheit dürften Mühe haben, heisst es. Trotzdem prognostiziert der Retail Outlook ein Wachstum von 2 Prozent im Non-Food-Handel für dieses Jahr. Im Near-Food- und Food-Bereich sollen es 6 Prozent sein - sofern Gastronomiebetriebe ab März ihre Türen wieder öffnen dürfen.

Gemäss Studie gehen 51 Prozent der Befragten Unternehmen davon aus, dass ihr Umsatz dieses Jahr gegenüber 2020 wachsen wird. "Dies ist im Langzeitvergleich ein tiefer Anteil", heisst es. Die Hersteller sind dabei positiver unterwegs als die Retailer. Erstere gehen von einer Umsatzzunahme von 54 Prozent aus, während Retailer nur mit 44 Prozent mehr Umsatz rechnen.

Für den Retail Outlook wurden über 120 Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen aus der Schweizer Handelslandschaft befragt.

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DPF8_204394

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