Längere Aktionswochen lassen Umsatz an Black Friday weiter schrumpfen
Auch in diesem Jahr verzeichnen Schweizer Händler am Black Friday einen Umsatzrückgang. Verantwortlich dafür sind unter anderem die Ausweitung der Aktionstage über mehrere Wochen und die wirtschaftliche Unsicherheit. Auch für den Cyber Monday ist ein leichter Rückgang zu erwarten.
Der Tagesumsatz am Black Friday sinkt auch in diesem Jahr weiter. Laut einer Hochrechnung von "blackfridaydeals.ch" setzten Händler am Aktionstag 450 Millionen Schweizer Franken um - 10 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Besonders der klassische Einzelhandel spüre den Verlust. Der Onlinehandel hingegen stagniere weiter und verbleibe auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Umsatzentwicklung des Schweizer Gesamt- und Onlinehandels am Black Friday. (Source: blackfridaydeals.ch)
Marktveränderungen verstärken Rückgang
Die Einbusse sei vor allem auf die Ausdehnung des Black Fridays auf mehrere Tage und Wochen zurückzuführen. "Die frühere massive Umsatzspitze flacht etwas ab, zugunsten einer breiteren Verteilung der Einkäufe über die ganze Black-Friday-Woche und den Rest des Novembers", erklärt Detailhandelsexperte Julian Zrotz von "blackfridaydeals.ch". Ein weiterer Grund für den Rückgang sei die wirtschaftliche Unsicherheit und ein starker Schweizer Franken. Dieser begünstige billigere Importe während der Aktionswochen.
"Blackfridaydeals.ch" prognostiziert, dass diese Entwicklung auch im nächsten Jahr anhalten wird. Auch würden Händler keine für sie unrentablen Rabatte mehr anbieten. Stattdessen setzen sie während den Aktionstagen auf Kundenbindungsprogramme und personalisierte Angebote.
Eine ähnliche Entwicklung ist für den Cyber Monday zu erwarten. Händler verlängern oder ergänzen demnach ihre Black-Friday-Rabatte. Auch zusätzliche Aktionen oder neu eingeführte Promotionen würden dafür sorgen, dass die Angebote ähnlich attraktiv bleiben wie am Black Friday. Für den Cyber Monday rechnet "blackfridaydeals.ch" mit einem Umsatz von 75 Millionen Franken, was einem Rückgang von 5 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sei davon beispielsweise die Unterhaltungselektronik.
Aktionswochen vor der Adventszeit
Die Meinungen bezüglich des Zeitpunkts der Aktionstage sind laut einer Umfrage von "blackfridaydeals.ch" gespalten. Für Knapp die Hälfte sein diese Aktionstage zu nah an Weihnachten, wodurch die Adventszeit unnötig kommerzialisiert werde. Ein Drittel hingegen findet es praktisch: Es biete eine gute Gelegenheit, um günstig Geschenke zu kaufen. Händler würden dies gezielt nutzen und den Fokus besonders auf Geschenkartikel lenken.
Viele Schweizerinnen und Schweizer wollten dieses Jahr aufgrund höherer Lebenshaltungskosten und geringerem Bedarfs weniger an den Aktionstagen ausgeben. Erfahren Sie hier mehr dazu.
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