Bundesverwaltung bestellt Cloud-Dienste

SAP Schweiz schnappt sich Grossauftrag vom Bund

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von Joël Orizet und slo

Die Bundesverwaltung setzt für ihre Cloud-Strategie auf SAP. Der Walldorfer ERP-Hersteller ergatterte einen 133-Millionen-Auftrag. Es geht um Cloud-Dienste fürs Personal- und Beschaffungswesen. Und um die Migration auf S4/Hana.

(Source: Maksim Kabakou / Fotolia.com)
(Source: Maksim Kabakou / Fotolia.com)

Die Bundesverwaltung vergibt einen Grossauftrag an SAP Schweiz. Über eine Laufzeit von zehn Jahren bekommt der ERP-Hersteller vom Bund rund 133 Millionen Franken. SAP soll Cloud-Dienste für die Bereiche Personal und Beschaffung liefern, wie das Bundesamt für Bauten und Logistik mitteilt.

Die Bundesverwaltung hat schon seit 20 Jahren SAP-Produkte im Einsatz – beispielsweise für den Zahlungsverkehr oder die Logistik. Zwischen den vorhandenen Systemen und den neuen SAP-Cloud-Komponenten bestehe eine hohe technische Abhängigkeit, heisst es in der Mitteilung. Und weiter: Nur in Zusammenarbeit mit SAP liessen sich die bestehenden Lösungen ohne grosses Risiko in die neue SAP-Cloud-Plattform integrieren. Der abgeschlossene Rahmenvertrag soll laut Mitteilung auch dafür sorgen, dass besonders schützenswerten Personendaten in der Schweiz bleiben.

Auftrag soll auch die S4/Hana-Migration vorantreiben

Vom Deal mit SAP sollen zudem verschiedene IT-Projekte des Bundes profitieren, beispielsweise die laufenden Programme "Superb" und "ERP-Systeme V/ar", mit denen die bestehenden Systeme der Bundesverwaltung und der Armee auf S/4Hana migriert werden sollen. Der abgeschlossene Vertrag entspreche der vom Bundesrat im Dezember 2020 genehmigten Cloud-Strategie, welche die Grundlagen für den Einsatz von Cloud-Diensten in der Bundesverwaltung festlegt.

Für das Programm "Superb" sprach der Ständerat im vergangenen Herbst 320 Millionen Franken und 240 Millionen Franken für das Programm "ERP-Systeme V/ar". Der Nationalrat hatte das Geschäft bereits im Juni 2020 behandelt. Die geplante SAP-Migration sei "mehr als eines der grössten Informatikprojekte der Bundesverwaltung", sagte Finanzminister Ueli Maurer. Die Umstellung sei nötig, weil die heute in der Bundesverwaltung eingesetzten SAP-Systeme vom Hersteller per Ende 2027 nicht mehr unterstützt werden.

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