Uigurische Zwangsarbeiter

Enthüllungsbericht belastet Apple-Zulieferer schwer

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von Daniel Schurter, Watson

Ein Bericht von "The Information" belastet Zulieferer von Apple. Sieben entsprechende Unternehmen in China sollen uigurische Zwangsarbeiter einsetzen.

(Source: Patrick Hendry / Unsplash)
(Source: Patrick Hendry / Unsplash)

Grosse Apple-Zulieferer haben Tausende Uiguren in Zwangsarbeitsprogrammen in China eingesetzt: Dies hat "The Information" in der Nacht auf den 12. Mai enthüllt. Sieben Firmen seien laut einer Untersuchung mit mutmasslicher Zwangsarbeit von uigurischen Muslimen und anderen verfolgten Gruppen in Verbindung gebracht worden. Die Betroffenen stammten aus der Region Xinjiang.

"Die Untersuchung von 'The Information' legt nahe, dass der Einsatz von Zwangsarbeit bei einigen der grössten Apple-Zulieferer weiter verbreitet ist als bisher berichtet", schreibt "Business Insider" dazu. Apple habe bisher bestritten, mit Zulieferfirmen zu kooperieren, die von Zwangsarbeit profitierten. Die Uiguren sind eine ethnische Minderheit muslimischen Glaubens, die in China seit Jahren staatlicher Verfolgung ausgesetzt ist.

Amazon, Google, Microsoft, Facebook und andere Unternehmen wurden laut "The Information" ebenfalls mit den fraglichen Zulieferern in Verbindung gebracht. Eine aktuelle Stellungnahme von Apple liegt nicht vor.

Apple verurteilt Zwangsarbeit

Apple listet die Namen der Zulieferfirmen, mit denen es zusammenarbeitet, nicht öffentlich auf. Offenbar recherchierten die Journalisten von "The Information" ausgehend von offiziellen Dokumenten und sprachen mit Informanten. Ein Zulieferer, Lens Technology, der Apple gemäss dem aktuellen Bericht mit Glas für iPhones belieferte, soll seit 2018 insgesamt 600 Arbeiter aus Xinjiang erhalten haben.

Als Reaktion auf einen früheren Bericht über den Einsatz von uigurischen Zwangsarbeitern im Dezember 2020 hatte Apple verlauten lassen, man habe "null Toleranz für Zwangsarbeit" und habe keine Beweise dafür gefunden, dass Uiguren in die Betriebe dieses Zulieferers geschickt wurden.

Laut "The Information" ist nur einer der Lieferanten in Xinjiang, der westlichen Region Chinas, angesiedelt. Angeblich wurden Zwangsarbeiter auch fern ihrer Heimat eingesetzt.

Systematische Bespitzelung und Massenüberwachung

Im Juli 2019 hatten westliche Journalisten enthüllt, dass die chinesische Regierung die Überwachungsmassnahmen massiv ausweitete. Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" und anderer Medien belegten, dass auch systematisch Ausländer an den Grenzen zu Xinjiang ausgespäht wurden.

Im September 2019 mehrten sich die Hinweise, dass das chinesische Regime mit einem massiven Hackerangriff auf iPhones Uiguren bespitzeln liess. Laut damaligen Berichten wurden auch Android-Smartphones und Windows-Computer über manipulierte Webseiten attackiert.

Im November 2020 wurde berichtet, dass Apple und andere US-Konzerne sich gegen ein Gesetz sträuben, das ihnen verunmöglichen soll, von Zwangsarbeit in China zu profitieren. Der Import entsprechender Produkte sei zu verbieten. Lobbyisten versuchen, die Bestimmungen zu verwässern. Apple bestritt in der Folge die Behauptung, man habe versucht, die Gesetzgebung zu schwächen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Watson.

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