Wie russische Bürger mit digitalen Mitteln der Mobilmachung entkommen
Mit einer Teilmobilmachung will der russische Präsident seine Armee aufstocken. Um nicht eingezogen zu werden, greifen Bürger zu digitalen Tools - und Cyberkriminelle nutzen dies schamlos aus.
Im Krieg gegen die Ukraine will der russische Präsident Wladimir Putin seine Armee vergrössern. Dazu hat er am 20. September eine Teilmobilmachung angekündigt, über die unter anderem "Tagesschau.de" berichtet. Demnach sei es in der Folge in 40 russischen Städten zu Protesten gekommen.
Um nicht zum Dienst in der Armee eingezogen zu werden, bedienen sich russische Bürger auch digitaler Tools. Laut "Bleeping Computer" fälschen sie damit etwa Arztzeugnisse, die ihnen Untauglichkeit bescheren. Jene, die die Flucht ergreifen, verschleiern mit digitalen Mitteln ihren Aufenthaltsort und ihre Identität.
So laufe ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen russischen Männern und der Armee, fasst "Bleeping Computer" zusammen. Namentlich sei etwa die Nachfrage nach anonymen SIM-Karten um 50 Prozent angestiegen, heisst es unter Berufung auf die russische Nachrichten-Website "Kommersant". Im Gegenzug fingen russische Behörden damit an, Handys nicht mehr anhand ihrer SIM-Nummer, sondern anhand der Geräte-ID (IMEI) zu verfolgen.
Doch auch Cyberkriminelle haben das Geschäft mit der Angst vor der Mobilmachung entdeckt. Wie "Bleeping Computer" weiter berichtet, versprechen die Gauner etwa ein gefälschtes Untauglichkeits-Zeugnis und einen entsprechenden Eintrag in den Datenbanken der Armee. Hat das Opfer den dafür geforderten Betrag (mehr als 450 US-Dollar) bezahlt, brechen die Scammer die Kommunikation ab.
Im September führte die Ukraine einen erfolgreichen Cyberangriff gegen die Webseite der russischen Söldnergruppe Wagner. Sie konnten persönliche Daten der Mitglieder erbeuten. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Mehr zum (Cyber)Krieg in der Ukraine lesen Sie zudem in unserem Themendossier.
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