Wie Unternehmen gegen den Fachkräftemangel kämpfen
Der Fachkräftemangel bereitet IT-Chefs zunehmend Sorgen. Um genügend Profis zu finden, schulen Unternehmen Personen aus anderen Branchen um oder arbeiten mit Hochschulen zusammen.
Für seine diesjährigen Global Tech Trends Survey hat Equinix IT-Leiter zu den Auswirkungen des Fachkräftemangels befragt. An der Umfrage nahmen 2900 Personen teil, darunter 100 aus der Schweiz. Demnach sehen 62 Prozent der IT-Entscheidungsträger weltweit (54 Prozent in der Schweiz) den Mangel an IT-Fachkräften als eine der grössten Bedrohungen für ihr Unternehmen an, teil Equinix mit. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Technologiebranche wandelt, stelle die Unternehmen vor die Schwierigkeit, Mitarbeitende mit den richtigen Qualifikationen zu finden, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern.
Konkret bereitet 47 Prozent der Schweizer IT-Entscheider (44 Prozent weltweit) das Halten derzeitiger Fachkräfte Sorgen. 44 Prozent der Befragten in der Schweiz und weltweit fürchten, dass sich Kandidaten mit falschen Qualifikationen auf Stellen bewerben.
Fachkräfte aus anderen Branchen umschulen
In der Liste der gefragtesten Fachkräfte erreichen KI- und Machine-Learning-Fachkräfte (26 Prozent) Sicherheitsanalyse (21 Prozent) Datenschutz (19 Prozent) und Cloud-Computing-Spezialisten (17 Prozent) die höchsten Werte unter den Befragten aus der Schweiz. IT-Führungskräfte gehen davon aus, dass die Lücken bei den technischen Fähigkeiten in Zukunft ähnlich bleiben werden, wobei KI und maschinelles Lernen noch stärker in den Vordergrund rücken wird.
Als Reaktion auf den Fachkräftemangel bemühen sich viele Unternehmen intensiv um die Umschulung von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen, heisst es bei Equinix weiter. 39 Prozent der Befragten aus der Schweiz gaben an, dass sie Arbeitnehmende aus ähnlichen Branchen umschulen, während 21 Prozent versuchen, ihre Belegschaft mit Mitarbeitenden aus branchenfremden Bereichen aufzustocken.
Die häufigsten Quellen für umgeschulte Arbeitskräfte sind Finanz- und Versicherungswesen (25 Prozent), Verwaltung und Unternehmensunterstützung (21 Prozent) sowie Personen, die nach einer Abwesenheit in den Beruf zurückkehren (13 Prozent). Diese umgeschulten Arbeitskräfte können Unternehmen helfen, Lücken im technischen Bereich zu schliessen, indem sie als IT-Fachleute (48 Prozent), im Bereich Cloud Computing (30 Prozent) und in der Datenanalyse (24 Prozent) arbeiten, heisst es in der Mitteilung.
Talentsuche an Hochschulen
Auch über Hochschul- und Ausbildungsprogramme versuchen Unternehmen neue Fachkräfte zu gewinnen. 38 Prozent der Befragten aus der Schweiz gaben an, dass ihre Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Hochschuleinrichtungen vor allem Praktika für Studenten anbieten, Partnerschaften für Ausbildungsprogramme eingehen (26 Prozent), gemeinsame Schulungsprogramme mit Hochschuleinrichtungen durchführen (25 Prozent) und an Karrieremessen von Hochschulen teilnehmen (24 Prozent).
Roger Semprini, Managing Director, Equinix Schweiz, sagt dazu: "In Menschen und Talente zu investieren, zahlt sich immer aus, besonders in ungewissen Zeiten. Jetzt, wo sich wirtschaftliche Unsicherheiten abzeichnen, ist der erste Instinkt mancher Unternehmensleiter, an Dingen zu sparen, die nicht 'überlebenswichtig' sind, wie die Einstellung neuer Mitarbeitenden oder Investitionen in ihre berufliche Entwicklung. Aus unserer Sicht ist diese Mentalität kurzsichtig. Wir investieren in grossem Umfang in Talente."
Die vollständige Studie steht bei Equinix online bereit.
Dass sich Firmen zunehmend um Hochschulabsolventinnen bemühen, zeigt auch die Ende Oktober 2022 veröffentlichte Swiss Software Industry Survey. Die Studie prognostiziert auch, dass der Umsatz in der Schweizer Softwarebranche im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent steigen soll. Mehr dazu lesen Sie hier.
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