Digitalisierung im Gesundheitswesen stösst auf gemischte Gefühle
Sowohl die Schweizer Bevölkerung als auch Gesundheitsfachpersonen zeigen eine gewisse Skepsis gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Um die Akzeptanz zu steigern, sind Datenschutz, Vertrauen und Praxisnähe ausschlaggebend.
Viele erhoffen sich durch digitale Anwendungen im Gesundheitswesen vereinfachte Behandlungsabläufe und eine verbesserte Versorgungsqualität. Doch wie der Swiss eHealth-Barometer 2025 zeigt, stehen die Schweizer Bevölkerung und die Akteure im Gesundheitswesen der Digitalisierung mit gemischten Gefühlen gegenüber.
Bedenken
Ein Grossteil der von GfS Bern befragten Bevölkerung (71 Prozent) erkennt den Ergebnissen zufolge zwar den Sinn hinter der Speicherung von Gesundheitsdaten wie etwa im elektronischen Patientendossier (EPD). Allerdings hätten die meisten (56 Prozent) Bedenken, was den Datenschutz und die direkte Integration in den Behandlungsalltag betrifft.
Zudem hinterfrage die Bevölkerung die Zugriffsberechtigungen: Die Personen, die das meiste Vertrauen geniessen, seien Ärztinnen und Ärzte. 83 Prozent der Befragten würde diesen uneingeschränkten Einblick in ihre persönlichen Gesundheitsdaten gewähren. Bei privaten Unternehmen sieht das allerdings anders aus: Laut der Umfrage sind 68 Prozent der Bevölkerung gegen eine Einsicht ihrer Daten durch Privatunternehmen.
Auch Gesundheitsfachpersonen hätten Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen - insbesondere, wenn kein klarer Nutzen erkennbar sei. Wenn jedoch eine Alltagsrelevanz besteht - etwa bei der elektronischen Krankengeschichte (eKG), die vier Fünftel der befragten Ärztinnen und Ärzte nutzen -, dann steigert dies die Akzeptanz von digitalen Anwendungen. Die Mehrheit der Bevölkerung (87 Prozent) wünscht sich denn auch praktische Tools, die beispielsweise an auslaufende Rezepte erinnern oder medizinische Unverträglichkeiten prüfen.
Massnahmen
Um die Akzeptanz von Digitalisierung im Gesundheitswesen zu steigern und einen weiteren Fortschritt zu gewährleisten, braucht es laut Studie zum einen klare Datenschutzmassnahmen. Sichere Technologien und Regulationen würden Bedenken gegenüber digitalen Angeboten mindern. Zum anderen sei nicht nur ein Vertrauen in die Technik wichtig, sondern auch in die behandelnden Akteure im Gesundheitswesen. Ausserdem sollten digitale Anwendungen unmittelbar helfen, einfach zugänglich sein und die Behandlungsqualität spürbar verbessern.
Wenn der Fokus auf sicheren Technologien, starken Vertrauenspersonen und effektiver Alltagsnutzung liege, würde die Akzeptanz der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowohl bei der Bevölkerung als auch bei Gesundheitsfachpersonen wachsen, stellen die Studienautoren fest.
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