250 Jobs betroffen

DeepL baut ein Viertel der Stellen ab

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Joël Orizet, nki

Der Kölner KI-Übersetzer DeepL streicht rund 250 Stellen. Mit dem Umbau will sich die Firma zu einem "KI-nativen" Unternehmen entwickeln. Die Begründung des Firmengründers: Kleinere Teams könnten dank KI heute die Arbeit ganzer Abteilungen stemmen.

(Source: Anna Shvets / Pexels)
(Source: Anna Shvets / Pexels)

DeepL baut rund 250 Stellen ab. Das entspricht rund einem Viertel der Belegschaft. Mit dem Umbau will sich die Firma zu einem "KI-nativen" Unternehmen wandeln, wie DeepL-CEO und -Gründer Jarek Kutylowski in einem Linkedin-Post schreibt. 

Der Firmenchef begründet die Massnahme damit, dass künstliche Intelligenz die Arbeitswelt grundlegend verändere. Der Bedarf an grossen Teams und traditionellen Hierarchien nehme ab. Dank Automatisierung könnten nun kleinere Gruppen Aufgaben übernehmen, die zuvor auf mehrere Teams verteilt waren.

DeepL strebt deshalb eine schlankere und agilere Organisation an. Die KI soll repetitive Aufgaben übernehmen, sodass sich die Mitarbeitenden auf anspruchsvollere Tätigkeiten konzentrieren können. Zudem will das Unternehmen die Produktentwicklung beschleunigen, interne Prozesse vereinfachen und die Grenzen zwischen den Teams abbauen.

Kutylowski stellt die Reorganisation als vorausschauende Strategie dar. "Wir warten nicht, bis der Wandel für alle auf dem Markt offensichtlich ist", schreibt er und zeigt sich davon überzeugt, dass jene Firmen das nächste Jahrzehnt prägen, die ihre Strategie schon heute anpassen. Laut eigenen Angaben integriert DeepL KI bereits intensiv in internen Abläufen, etwa in der Produktentwicklung, der Technik und im Kundensupport.

Für den Stellenabbau laufen nun die gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren an. Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiter: Mit der Übernahme des Teams von Mixhalo und der Eröffnung eines Büros in San Francisco will DeepL seine Entwicklung im Bereich der Echtzeit-Sprachübersetzung vorantreiben.

DeepL steht mit diesem Schritt nicht allein da. Die Ankündigung fügt sich in einen branchenweiten Trend ein: Auch Tech-Konzerne wie Meta, Microsoft und Amazon haben in den vergangenen Monaten tausende Mitarbeitende entlassen. Sie begründen den Abbau oft mit einer strategischen Neuausrichtung auf künstliche Intelligenz und mehr Effizienz.

 

Übrigens: Gemäss einer Umfrage der Adecco-Tochter LHH räumte bereits im Herbst 2025 fast die Hälfte der Führungskräfte ein, Angestellte wegen künstlicher Intelligenz entlassen zu haben - mehr dazu lesen Sie hier

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