CES 2026: Kühlsystem, Kopfschutz und Katzengesundheit aus der Schweiz
24 Schweizer Start-ups hat der Swisstech Pavillon an der CES 2026 beherbergt. Sie entwickeln neue Lösungen für diverse Branchen, vom Gesundheitssektor über Energie bis zu assistiven Technologien. Eine Schweizer Erfindung schaffte es auf die Nominiertenliste der CES Innovation Awards.
Viele Start-ups nutzen die Consumer Electronics Show (CES), um ihre Ideen und Entwicklungen einem breiten Publikum zu präsentieren. Auch Schweizer Unternehmen buhlten an der diesjährigen CES um Aufmerksamkeit, Kunden und Kapital.
Eine Würdigung für Nutrix
Ganze 24 Schweizer Jungunternehmen waren im Swisstech-Pavilion versammelt - einige davon seien im Folgenden kurz vorgestellt. Darunter Nutrix, laut eigenen Angaben ein Anbieter "hochwirksamer präventiver medizinischer Versorgung". Das Jungunternehmen entwickelt "tSense", einen nicht-invasiven Speichelsensor zur Echtzeitmessung von Testosteron, wie "Startupticker" berichtet. Eine Messung ermittelt das Gerät demnach binnen 3 Minuten. Danach schickt es die Daten per Bluetooth an ein Analysesystem zur weiteren Auswertung.
Die Patentanträge hinter der Erfindung seien noch hängig, heisst es im Bericht. Bereits erhalten hat Nutrix dagegen eine Würdigung von der CES 2026: Die Veranstalter nannten tSense" als Honoree in der Kategorie "Digital Health" ihrer Innovation Awards.

Der Speichelsensor tSense von Nutrix wurde bei den CES Innovation Awards 2026 als Honoree in der Kategorie "Digital Health" ausgezeichnet. (Source: Nutrix)
Gewinner aus der Schweiz gab es auch im Rahmen des "Global Deep Tech Battle", das im Laufe der CES im Pavillon durchgeführt wurde. Laut "Startupticker" gewann das Genfer Jungunternehmen Neurosoft Bioelectronics das Pitch-Battle in der Kategorie "Best in AI". Das Start-up kombiniert KI mit minimalinvasiven Gehirnschnittstellen zur Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.
In der Kategorie "Best in Consumer Electronics: Frontier" überzeugte das Empa-Spin-off Ionic Wind, das an lüfterlosen Kühlsystemen - zum Beispiel für Laptops - tüftelt. Übrigens waren ausser Ionic Wind noch zwei weitere Empa-Spin-offs im Swisstech Pavillon zugegen, nämlich Btry und Perovskia Solar, über die Sie hier mehr erfahren.
Der intuitive Roboter
Das Schweizer Start-up Algorized machte mit der in Deutschland ansässigen Kuka Group gemeinsame Sache. Wie "Startupticker" berichtet, präsentierten die beiden Unternehmen an der CES den ersten Roboter "mit Intuition" in einem innovativen "Glaskasten"-Format. Damit demonstrierten sie in Echtzeit, wie der Roboter seine Umgebung visualisiert. In der Partnerschaft ist Kuka für die Roboter-Hardware verantwortlich, während Algorized seine "personenerkennende Edge-KI für die Mensch-Maschine-Interaktion" beisteuert, wie es auf der Swisstech-Website heisst. Mit dieser Technologie "können Maschinen die menschliche Physiologie wahrnehmen, Absichten verstehen, Bewegungen vorhersagen und sich in Echtzeit anpassen - selbst bei Sichtbehinderungen, Dunkelheit oder unübersichtlichen Sichtverhältnissen", heisst es im Bericht.

Der deutsche Roboterhersteller Kuka setzt auf das Schweizer Start-up Algorized für die Mensch-Maschine-Interaktion. (Source: Kuka)
KI für die Katze
Nicht um Sichtbehinderungen, sondern um Sehbehinderungen drehen sich die Machenschaften von Lighthouse Tech. Das Jungunternehmen mit Sitz im Tessiner Morbio Inferiore entwickelt unter dem Namen "Tami" eine Navigationshilfe für blinde und sehbehinderte Menschen, wie der Website zu entnehmen ist. Dabei handelt es sich um smarte Brillen, die nicht etwa den herkömmlichen Blindenstock ersetzen sollen. Vielmehr sollen sie dort "schützen, wo der weisse Stock nicht reicht: im oberen Bereich". Zudem sollten die Hilfsmittel nicht nur funktionieren, sondern auch "stylish" sein, merkt Lighthouse Tech an.

Lighthouse Tech will stylishe Navigationshilfen für blinde und sehbehinderte Menschen anbieten. (Source: Lighthouse Tech)
AI Tails schliesslich verbindet das Flauschige mit dem Trendigen. Das Ostschweizer Start-up entwickelt ein KI-gestütztes System, das aus Bildern und weiteren Daten von Haustieren mögliche gesundheitliche Probleme ableitet. Zur Datenerfassung dient eine intelligente Futterstation mit Kamera, wie es bei "Ad-Hoc" heisst. "Wir fangen mit Katzen an, denn sie können uns nicht sagen, wenn etwas in Ordnung ist", erklärt AI Tails auf der Swisstech-Website.
Die KI trainierte das Unternehmen anhand der wissenschaftlich fundierten "Feline Grimace Scale", wie es bei "Ad-Hoc" heisst. Sie erkenne die subtilen Signale, mit denen Katzen mitunter gesundheitliches Unbehagen anzeigen - minimale Veränderungen in der Ohrenstellung, der Augenpartie, der Schnauzenspannung und den Schnurrhaaren. Zudem überwache die Station das Gewicht und die Menge aufgenommener Nahrung des Haustieres.

Der smarte Napf von AI Tails erkennt, wie es dem Büsi geht. (Source: AI Tails)
In Zusammenarbeit mit Tierärzten will AI Tails die Katzengesundheits-KI demnächst testen. Zu einem späteren Zeitpunkt will das Unternehmen auch Systeme für andere Haustiere entwickeln.
Schweizer Firmen gab es übrigens auch abseits des Swisstech-Pavilons zu sehen. So zeigte Punkt ein datenschutzfreundliches Smartphone und Pocketbook ein gigantisches E-Ink-Poster.
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