Politischer Vorstoss eingereicht

Bundesrat soll Twint für Händler kostenlos machen

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Dylan Windhaber, nki

SP-Ständerat Carlo Sommaruga fordert vom Bundesrat in einem parlamentarischen Vorstoss eine Strategie, um Twint als kostenlosen öffentlichen Dienst für Händler auszubauen. Hintergrund sind hohe Gebühren für Unternehmen trotz der stark wachsender Nutzung.

(Source: DR)
(Source: DR)

Der Genfer SP-Ständerat Carlo Sommaruga hat einen Antrag beim Bundesrat eingereicht, in dem er die Ausarbeitung einer Strategie für Twint als kostenlosen öffentlichen Dienst für Händler fordert. Der parlamentarische Vorstoss beruft sich darauf, dass die Eidgenossenschaft seit 1850 das Währungsmonopol inne hat und der Bevölkerung Bargeld trotz Produktions- und Verwaltungskosten in zweistelliger Millionenhöhe kostenlos zur Verfügung stellt.

Eine kostspielige Nutzung für Unternehmen

Der Verfasser des Gesuchs weist darauf hin, dass heute mehr als 70 Prozent aller Finanztransaktionen elektronisch abgewickelt werden, im Vergleich zu nur 30 Prozent im Jahr 2017. Gleichzeitig habe sich die Nutzung von Twint in den neun Jahren seit Beginn um mehr als  das 225‑Fache erhöht - vergangenes Jahr hat sie sogar die 6-Millionen-Nutzer-Marke geknackt. Die Plattform mache inzwischen rund ein Viertel aller elektronischen Zahlungen in der Schweiz aus und fast zwei Drittel der mobilen Zahlungen.

Während der Dienst für Privatpersonen derzeit kostenlos ist, bleibt er laut dem Antrag für Händler weiterhin teuer. Twint berechnet in der Regel 1,3 Prozent des Transaktionsbetrags - ein Satz, der in einzelnen Fällen sogar bis zu 2 Prozent betragen kann. Aufgrund dieser hohen Gebühren hat Swiss Retail eine Beschwerde bei der Wettbewerbskommission eingereicht.

Das brasilianische Modell als Referenz

Um dieses Problem anzugehen, schlägt das Gesuch vor, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Verwaltung, den Betrieb und die Weiterentwicklung von Twint übernimmt, die derzeit in den Händen der wichtigsten Schweizer Banken und der SIX Group liegt.

Der Parlamentarier nennt zudem stärker regulierte Modelle in Singapur, Norwegen und Schweden, bezieht sich jedoch vor allem auf das Beispiel Brasiliens, wo die Plattform PIX von der Zentralbank betrieben wird. Deren Einführung habe die Zahlungen zwischen Privatpersonen kostenfrei gemacht und die Gebühren für Händler auf 0,33 Prozent pro Transaktion begrenzt.

 

Twint plant übrigens, seine Bezahlplattform auch für Stablecoins und die E-ID zu öffnen. Hier lesen Sie mehr dazu. 

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