Die Post speichert digitale Briefe auf Google-Servern
Die Post nutzt Cloud-Dienste von Google, um digitale Briefe zu speichern. Die Sendungen werden im System des Tech-Riesen automatisiert verarbeitet. Nun stellt sich die Frage, ob das Schweizer Briefgeheimnis weiterhin gewährleistet ist.
Der digitale Brief gehört seit dem 1. April 2026 zum Grundauftrag der Schweizerischen Post. Doch jetzt wurde bekannt, dass die Post die digitalen Sendungen auf Google-Servern speichert, wie das Konsumentenmagazin "K-Tipp" (Paywall) berichtet. Das Öffnen und die Verarbeitung der Briefe erfolge vollautomatisiert auf Servern des US-Techkonzerns, schreibt "Inside IT" mit Verweis auf "K-Tipp".
Die Sendungen bleiben laut "Inside IT" 90 Tage lang im System von Google gespeichert. Der Konzern könne zwar nicht auf die Inhalte zugreifen, doch seien die Briefe beim Ver- und Entschlüsselungsprozess als Klartext im System ersichtlich.
Menschliche Eingriffe seien jedoch "nur in definierten Ausnahmefällen und unter strengen Kontrollen" möglich, sagte die Post laut dem Bericht. Das Unternehmen vertraue auf die Sicherheiten, die ein grosser Cloud-Dienst wie Google biete. Der Techkonzern unterliegt aber dem "US Cloud Act", wodurch ihn die US-Behörden zwingen könnten, ihnen auch ausländische Daten auszuhändigen.
Das Bundesamt für Gesundheit misstraut dem "US Cloud Act" und will deshalb US-Techfirmen von seinem grossen Digitalisierungsprojekt ausschliessen. Lesen Sie hier mehr dazu.
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