KI und Geopolitik verschärfen Cybergefahren
Sicherheitsrisiken entstehen im Zusammenspiel von Technologie, Organisation und Geopolitik. Zu diesem Schluss kommt die Swisscom im Cybersecurity Threat Radar 2026. Der Telko warnt dabei vor der Abhängigkeit von externen Ökosystemen und betont die Wichtigkeit von OT-Security.
Die Cyberbedrohungslage in der Schweiz verschärft sich aufgrund von geopolitischen und technologischen Entwicklungen. Dazu gehören etwa staatlich motivierte Cyberangriffe und unsichere KI-Systeme, wie die Swisscom in der diesjährigen Ausgabe ihres Cybersecurity Threat Radars schreibt. Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz sei es möglich, die Cybersicherheit zu gewährleisten.
Eine grosse Gefahr sieht der Telko in der Supply Chain. Da moderne Software aus hunderten Komponenten bestehe, reiche oft ein Angriff auf einen einzelnen Teil der Lieferkette, um das gesamte Gebilde zum Einsturz zu bringen. Erschwert wird dieses Problem laut Swisscom dadurch, dass viele Unternehmen die Sicherheit ihrer Software nicht selbst überprüfen können. Im schlimmsten Fall seien die Folgen Datenverluste und Betriebsunterbrüche, die auch den Ruf eines Unternehmens dauerhaft schädigen könnten.
Eine weitere technologisch bedingte Gefahr geht laut dem Threat Radar von künstlicher Intelligenz aus. Aufgrund des Hypes würden kritische Fragen rund um Sicherheit, Transparenz und Nachhaltigkeit von KI oft in den Hintergrund rücken. Die Folge seien KI-Systeme, die ohne Einschränkungen agieren und Schaden anrichten könnten. Besonders verheerend sei dies, wenn die KI von einem Partnerunternehmen eingesetzt werde und so die gesamte Supply Chain gefährde, schreibt Swisscom.
Weiter warnt der Telko vor zu viel Outsourcing. Insbesondere die Cloud-Nutzung biete zwar Vorteile für Skalierbarkeit und Kosten, doch verliere man dabei die Kontrolle über Daten und Prozesse. Es sei daher wichtig, dass die Abhängigkeit von externen Dienstleistern ein bestimmtes Mass nicht überschreite. Insbesondere dank dem 2023 revidierten Datenschutzgesetz verfüge die Schweiz jedoch bereits über eine gute Sicherheitsgrundlage.
Schliesslich beleuchtet der Radar die Wichtigkeit von OT-Security (Operational Technology Security). Da Produktionsanlagen und Versorgungsinfrastrukturen heute an IT-Systeme angebunden sind, stellen sie laut Swisscom eine bedeutende Schwachstelle dar. Es sei daher zentral, die Software der OT-Systeme auf den neuesten Stand zu bringen und mit aktuellen Sicherheitsstandards zu versehen.
Übrigens: Eine Umfrage von Rubrik Zero Labs warnt davor, dass KI-Agenten zunehmend die Unternehmenssicherheit gefährden. Lesen Sie hier mehr dazu.
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