Über 100 Unternehmen zahlen keine Recyclinggebühren auf Elektrogeräte
Über 100 Schweizer Verkäufer von Elektro- und Elektronikgeräten bezahlen keinen vorgezogenen Recyclingbeitrag. Trotzdem entsorgt die Kundschaft diese Geräte oft über das System von Sens eRecycling. Die Stiftung fordert deshalb Rahmenbedingungen, um diese Trittbrettfahrer zur Kasse zu bitten.
In der Schweiz können Verkäufer von Elektro- und Elektronikgeräten freiwillig eine Abgabe erheben, die sie an Sens eRecycling weitergeben. Die Stiftung kümmert sich dann um die fachgerechte Entsorgung oder Wiederverwertung der Geräte. Doch diverse Onlinehändler sowie über 100 stationäre Anbieter erheben den vorgezogenen Beitrag nicht, wie die Organisation mitteilt. Da rund 90 Prozent der Geräte trotzdem über Sens eRecycling entsorgt würden, fehlten der Stiftung jedes Jahr mehrere Millionen Franken.

Pasqual Zopp, Geschäftsführer von Sens eRecycling. (Source: zVg)
"Ihr Argument, dass sie die gesetzliche Pflicht erfüllen, indem sie Elektroaltgeräte in ihren Verkaufsgeschäften kostenlos zurücknehmen, greift zu kurz", sagt Pasqual Zopp, Geschäftsführer von Sens eRecycling. Durch den Verzicht auf die Recyclingbeiträge können die Unternehmen ihrer Kundschaft laut Mitteilung tiefere Preise anbieten - auf Kosten derjenigen Verkäufer, die die Abgabe entrichten.
Deshalb fordert Sens eRecycling laut Mitteilung klare Rahmenbedingungen, die alle Verkäufer von Elektro- und Elektronikgeräten verpflichten sollen, sich an der Finanzierung von Sammlung, Transport und Recycling zu beteiligen. Die geplante Revision des Umweltschutzgesetzes greife dabei zu kurz, da sie zu viele Lücken offen lasse und privatwirtschaftliche Strukturen gefährde.
Zum diesjährigen internationalen Recycling Day forderte der Wirtschaftsverband Swico übrigens einen digitalen Entrümpelungstag, wie Sie hier lesen können.
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