Zero-Day-Lücke in Microsoft Defender ermöglicht Systemzugriff
Nur wenige Wochen nach Microsofts Drohung mit rechtlichen Schritten gegen unkoordinierte Zero-Day-Veröffentlichungen taucht eine neue Schwachstelle auf. "ShieldBreak” soll Windows 10, Windows 11 und Windows Server 2025 betreffen. Ein spezifischer Patch ist bislang nicht verfügbar.
Microsoft hat im Mai rechtliche Schritte gegen Personen in Aussicht gestellt, die Zero-Day-Lücken ausserhalb der vorgesehenen Meldeverfahren veröffentlichen und damit aus Sicht des Konzerns kriminelle Aktivitäten erleichtern. Nun hat Nightmare Eclipse, eine unter Pseudonym auftretende Person aus der Sicherheitsforschung, eine neue Schwachstelle in Microsoft Defender öffentlich gemacht.
Die Lücke namens "ShieldBreak” soll Angreifern mit geringen Zugriffsrechten vollständigen Zugriff auf ein betroffenes System und die darauf gespeicherten Daten ermöglichen, wie "TechCrunch" berichtet. Als Machbarkeitsnachweis hat Nightmare Eclipse eine Windows-Anwendung veröffentlicht, die eine betroffene Person selbst ausführen muss. Der Exploit soll unter Windows 10, Windows 11 einschliesslich Version 25H2 sowie Windows Server 2025 funktionieren.
"ShieldBreak” ähnelt der früheren Defender-Lücke "RoguePlanet", die Microsoft unter der Kennung CVE-2026-50656 geschlossen hat. Nightmare Eclipse bezeichnet "ShieldBreak” als vollständige Umgehung dieses Updates. Mehrere Sicherheitsforschende widersprechen dieser Einschätzung allerdings, wie "SecurityWeek" berichtet.
Einen spezifischen Patch für "ShieldBreak" hat Microsoft bislang nicht veröffentlicht. Gegenüber "TechCrunch" erklärt ein Unternehmenssprecher, Microsoft prüfe derzeit, ob die Angaben von Nightmare Eclipse zutreffen und welche Auswirkungen die Schwachstelle haben könnte.
Die Veröffentlichung verschärft den Konflikt zwischen Microsoft und Teilen der Sicherheitscommunity. Diese hatten die im Mai angedrohten rechtlichen Schritte als Drohung gegen ihre Arbeit verstanden. Nach Kritik schwächte Microsoft seine Position in sozialen Netzwerken ab. Nightmare Eclipse wirft dem Konzern seinerseits vor, frühere Hinweise auf Sicherheitslücken nicht angemessen behandelt zu haben.
Übrigens: Erst im Mai hat Microsoft zwei aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken in Defender geschlossen - mehr dazu lesen Sie hier.
Wenn Sie mehr zu Cybercrime und Cybersecurity lesen möchten, melden Sie sich hier für den Newsletter von Swisscybersecurity.net an. Auf dem Portal lesen Sie täglich News über aktuelle Bedrohungen und neue Abwehrstrategien.
Schweizer Arbeitnehmende nutzen KI häufig - profitieren aber wenig davon
Schweizer Microsoft-Kunden geraten vergleichsweise häufig ins Visier von Cyberkriminellen
Google lanciert KI-Modell für komplexe Aufgaben und Cyberabwehr
Update: OpenAIs ausser Kontrolle geratene KI-Agenten ziehen weitere Kreise
BACS sensibilisiert für Risiken von zu viel Offenheit im Netz
Sunrise steigt ins Geschäft mit Smartbrillen ein
Update: Auch Nationalrat gibt grünes Licht für Digitalisierungsartikel in der Verfassung
Cyberkriminelle ködern mit vergünstigten Freizeitpark-Tickets
Waschbär auf Schneeflockenfang