SECO startet Umsetzung von Easygov 2.0
Das SECO startet mit der Umsetzung von Easygov 2.0. Ab September treibt es die Anbindung der bestehenden Behördenservices an die neue Plattform voran und friert dafür die Weiterentwicklung der heutigen Version bis September 2027 weitgehend ein. Easygov 2.0 soll im Herbst 2027 starten.
Nach der 2024 gestarteten Konzeptphase geht Easygov 2.0 nun in die Umsetzung. Easygov ist der Onlineschalter des Bundes, über den Unternehmen verschiedene Behördenleistungen von Bund und Kantonen digital abwickeln können. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) gab die Umsetzungsphase im Sommer 2026 frei. Ab September bindet das SECO die bestehenden Services schrittweise an die künftige Plattform an. Den Start von Easygov 2.0 plant das SECO gemäss Mitteilung für Herbst 2027.
Parallel dazu friert das SECO die Weiterentwicklung von Easygov 1.x von September 2026 bis September 2027 weitgehend ein. Das Staatssekretariat hatte die Partnerbehörden bereits im Mai über diesen sogenannten Code Freeze informiert. In dieser Zeit plant das SECO grundsätzlich keine Änderungen oder Erweiterungen an bestehenden Diensten. Ausnahmen gelten etwa für Eingriffe, die für die Systemsicherheit oder den Weiterbetrieb eines Dienstes nötig sind.
Neue Architektur soll technische Grenzen überwinden
Easygov 2.0 setzt auf eine modulare Architektur und unter anderem auf eine Low-Code-Plattform. Das SECO hatte diesen technischen Ansatz bereits bei der Vergabe der Aufträge im Februar näher beschrieben. Die neue Plattform soll sich aus Kern-, Informations- und Fachmodulen zusammensetzen. Standardisierte Schnittstellen sollen Fachanwendungen und Systeme Dritter anbinden.
Eine neue Nutzenbewertung der Universität St. Gallen im Auftrag des SECO zeigt zugleich mehrere Ansatzpunkte für Verbesserungen an der heutigen Plattform. User bemängeln unter anderem die Bedienbarkeit und die Führung durch einzelne Verfahren. Weitere Kritik betrifft die technische Stabilität und Performance sowie Registrierung und Login. Laut dem Forschungsteam könnte ein Teil dieser Probleme mit der schrittweisen Integration sehr unterschiedlicher Dienste in eine Architektur zusammenhängen, deren Grundstruktur vor rund zehn Jahren entstand.
Die Studie beziffert den seit November 2017 durch Easygov generierten Nutzen auf rund 46,9 Millionen Franken. Die befragten Unternehmen geben an, pro über Easygov abgewickeltem Dienst im Median rund eine Arbeitsstunde und 125 Franken an externen Kosten einzusparen. Insgesamt ergibt sich daraus im Median ein Nutzen von rund 190 Franken pro Dienst. Das Forschungsteam weist allerdings darauf hin, dass die Berechnung auf Selbstauskünften der User und auf Modellannahmen beruht. Die Zahlen sind deshalb als Näherungswerte zu verstehen.
Übrigens: Wie Easygov bei der letzten Nutzenbewertung 2022 abschnitt und weshalb der Onlineschalter damals noch wenig genutzt wurde, lesen Sie hier.
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