DDoS-Angriff mit bis zu 600 Gbit/s hat Nine-Netzwerk überlastet
Nine hat die DDoS-Attacke, die Mitte August das Unternehmen traf, analysiert. Kundendaten seien nicht betroffen gewesen. Nine zieht auch Konsequenzen aus dem Angriff.
Nine Internet Solutions hat eine Analyse der Mitte August erfolgten Cyberattacke veröffentlicht. Der Zürcher Anbieter von Managed-Service-Lösungen hatte am 11. und 12. August mit einer DDoS-Attacke auf einen Kunden und anschliessend auf die eigene Infrastruktur zu kämpfen.
Sämtliche Applikationen auf Deplo.io, Nines Website, das Cockpit und das Ticketsystem waren zeitweise betroffen oder auch direkt attackiert. Infolgedessen konnten Kunden vorübergehend weder auf ihre Applikationen noch auf deren Verwaltung zugreifen. Teilweise fielen auch die Kommunikationswege zu Nine aus.
Kunde Ziel der Attacke
Nine geht davon aus, dass dieser Kunde das eigentliche Ziel der Attacke war. Das Unternehmen könne aber nicht ausschliessen, dass auch andere Kunden davon betroffen waren, heisst es in der Analyse.
Ein Nine-Kunde, der verschlüsselte Messaging-Dienst Threema, hat damals eine eigene Mitteilung publiziert zu den DDoS-Attacken. Es sei nicht ganz klar, ob Threema das Hauptziel war oder ob sich die Angriffe gegen mehrere Ziele richteten, schreibt der Messaging-Dienst. Die Angreifer hätten ihre Vorgehensweise laufend angepasst, weswegen die Attacke nur schwer abzuwehren gewesen sei. Ob Threema der von Nine erwähnte Kunde und somit das eigentliche Ziel war, ist nicht bestätigt.
Kein unbefugter Zugriff auf Daten
Nine gibt aber auch eine klare Entwarnung in seiner Analyse: "Es gab keinen unbefugten Zugriff auf Daten, keinen Datenverlust und keine kompromittierten Systeme." Der Angriff sei ausschliesslich darauf ausgelegt gewesen, eine Überlastung herbeizuführen.
DDoS-Attacken erreichen dies, indem sie Dienste mit einer Vielzahl an Anfragen überfordern, die sich von legitimen Anfragen kaum unterscheiden lassen. In diesem Fall erreichte der schädliche Datenverkehr insgesamt eine Bandbreite von 500 bis 600 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) - zwei Upstream-Provider hätten einen Traffic von 260 Gbit/s gemessen. Dies sei "ein Mehrfaches unserer Uplink-Kapazität", schreibt das Unternehmen.
Die Attacke habe Lücken in den eigenen Schutzmassnahmen sichtbar gemacht, schreibt Nine. Das Unternehmen will nun die Deplo.io-Plattform - auf der nicht nur die Kunden, sondern auch Nine selbst Applikationen betreiben - härten. Die Abhängigkeit einzelner Applikationen von gemeinsam genutzten Adressen soll reduziert werden. Das Cockpit und das Ticketing sollen zudem zusätzlich geschützt werden, damit der Support auch im Falle einer Attacke erreichbar ist.
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