Schweizer KMUs buhlen um erfahrene KI-Fachkräfte
KI-Fachkräfte stehen bei Schweizer Unternehmen hoch im Kurs. Laut dem diesjährigen Swiss AI Jobs Report der Hochschule Luzern sorgen vor allem KMUs für mehr Stelleninserate im KI-Bereich - und suchen besonders häufig nach erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten.
Rund 5000 KI-Stellen sind in der Schweiz zwischen Juli 2025 und Juni 2026 ausgeschrieben worden. Dies zeigt der Swiss AI Jobs Report 2026 der Hochschule Luzern (HSLU), für den die Forschenden insgesamt 8439 Stelleninserate aus zwei Jahren untersucht haben. Die Zahl verdeutlicht: Die Nachfrage nach KI-Fachkräften hierzulande nimmt weiter zu. Im Vorjahr hatte die HSLU für den Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 insgesamt 4703 ausgeschriebene KI-Stellen ausgewiesen.
Laut der Studie hat die Nachfrage in allen zehn grössten Branchen zugenommen - von der IT über die Finanzbranche bis hin zum Gesundheitswesen. Zwar hätten IT-Firmen mit 1211 Inseraten die meisten KI-Stellen ausgeschrieben, den stärksten Zuwachs habe jedoch der öffentliche Sektor verzeichnet: Dort stieg die Zahl der Ausschreibungen um rund 67 Prozent. Das Wachstum der KI-Stellen in diesem Bereich deute darauf hin, "dass Politik und Verwaltung ihr Vertrauen in KI als Zukunftstechnologie festigen", sagt Studienautor Curdin Derungs von der HSLU.
Besonders stark hätten die Schweizer KMUs zum Wachstum beigetragen: Auf sie entfielen laut Studie 76 Prozent des gesamten Stellenzuwachses. Im untersuchten Berichtsjahr schrieben sie zudem 62 Prozent aller KI-Stellen aus.
Erfahrene KI-Fachkräfte sind gefragt
Die Studie zeigt zudem, welche KI-Fachkräfte Unternehmen besonders häufig suchen. Fast 40 Prozent aller Stelleninserate entfielen demnach auf die Bereiche Data Engineering und Machine Learning Engineering. Gesucht seien also insbesondere Fachleute, die Dateninfrastrukturen aufbauen und KI-Modelle betreiben. Aber auch Stellen für Product Owner, Manager und AI Consultants seien deutlich häufiger ausgeschrieben worden.
Gefragt sind laut der HSLU damit vor allem erfahrene Fachkräfte, die technisches Wissen mit strategischer Expertise verbinden. Die Zahl der ausgeschriebenen Senior-Stellen sei gegenüber der Vorjahresperiode um 42 Prozent gewachsen. Zwar nahm auch die Nachfrage nach Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern zu, wie der diesjärhige Swiss AI Jobs Report zeigt, Festanstellungen auf Junior-Level machten jedoch nur 5 Prozent aller Inserate aus.
Trotz der steigenden Nachfrage sei die Stellensuche nicht unbedingt einfacher geworden. "Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger beschreiben den Stellenmarkt als äusserst kompetitiv. Überrascht hat uns aber, dass selbst Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung die Stellensuche zunehmend als anspruchsvoll wahrnehmen", sagt Derungs.
Zürich schreibt die meisten KI-Stellen aus
Wie bereits in der Vorjahresperiode konzentrierte sich die Nachfrage regional insbesondere auf Zürich und die Zentralschweiz. Mit 2181 ausgeschriebenen KI-Stellen entfielen laut Studie rund 45 Prozent aller Inserate auf den Kanton Zürich.
Gemessen an der Bevölkerungszahl lägen jedoch auch mehrere Zentralschweizer Kantone über dem Schweizer Durchschnitt. Dort kamen laut dem Report zwischen 100 und 140 ausgeschriebene KI-Stellen auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner; schweizweit waren es durchschnittlich 96. Im Kanton Luzern habe die Zahl der Ausschreibungen gegenüber der Vorjahresperiode um 55 Prozent zugenommen.
Gemäss dem ersten KI-Report des Schweizer Stellenportals jobs.ch zeigen sich die Folgen des KI-Booms vor allem am unteren Ende der Karriereleiter. Damit ist der Einstieg in viele Büro- und Wissensberufe schwieriger geworden, wie Sie hier lesen.
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