Swiss Sportstech Report 2026

Schweizer Sportstech-Branche setzt bereits rund 8 Milliarden Franken um

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von Elia Ferrari und dwi

Der Schweizer Sportstech-Branche gehören mindestens 402 Unternehmen an. Der Sektor erwirtschaftet schätzungsweise 8 Milliarden Franken Umsatz, wie der erste Swiss Sportstech Report von Swiss Olympic zeigt. Die Studienverantwortlichen sehen die Olympischen Winterspiele 2038 als möglichen Katalysator für die weitere Entwicklung der Branche.

(Source: julos / magnific.com)
(Source: julos / magnific.com)

Die Schweizer Sportstech-Branche besteht aus 402 Unternehmen, verteilt auf alle 26 Kantone. Fast zwei Drittel davon sind Start-ups oder Scale-ups. Dem ersten "Swiss Sportstech Report" von Swiss Olympic zufolge erwirtschaftet der Sektor einen geschätzten Umsatz von rund 8 Milliarden Franken und beschäftigt in der Schweiz rund 17'000 Vollzeitäquivalente. Gemessen am Umsatz liege die Branche damit in der Grössenordnung der Schweizer Biotech-Industrie.

Die Studie hat Swiss Olympic gemeinsam mit Partnern aus Sport, Wirtschaft und Standortförderung initiiert. Die Studienverantwortlichen befragten dafür 162 Unternehmen aus der Branche und führten mehr als 30 Experteninterviews.

Materialien vor Software 

Technologisch ist die Branche laut Studie stark von physischen Produkten geprägt. Das grösste Feld bilden demnach sogenannte fortschrittliche Werkstoffe, darunter Materialien wie Textilien und Beschichtungen mit 173 spezialisierten Unternehmen. Dahinter liegen gemäss Report Hardware für Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) mit 145 Unternehmen sowie Sensoren und Geräte mit 84. Da Unternehmen in mehreren Technologiebereichen tätig sein können, sind Mehrfachnennungen möglich.

Innerhalb von ICT seien mobile und immersive Anwendungen, Cloud-Infrastruktur sowie IoT- und Sensortechnologie am stärksten vertreten. Die Studie zählt 36 Unternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen und 17 im Bereich Big-Data-Analysen. In der Kategorie Datenschutz und Cybersicherheit sei hingegen kein einziges Schweizer Unternehmen erfasst.

Sport als Testumgebung

Ein Teil der Branche tauche in keiner Statistik als Sportstech auf, schreiben die Forschenden. Gemäss Umfrage generieren mindestens 29 Prozent der Unternehmen auch ausserhalb des Sports Umsatz. Der Sport diene dabei oft als Testumgebung für neue Technologien oder die Sportanwendungen seien aus bereits erfolgreichen Geschäftsbereichen entstanden. Unternehmen mit anderen Schwerpunkten sehen sich selbst meist nicht als Sportstech-Firmen, was die Branche kaum sichtbar macht, wie die Studienverantwortlichen festhalten.

Wenige Grosse mit viel Marktanteil 

Wirtschaftlich sei die Branche stark konzentriert, heisst es im Report. Rund 10 Prozent der Unternehmen erzielen demnach über 90 Prozent des Umsatzes, allein auf On und Sportradar entfalle rund die Hälfte. Drei Viertel der befragten Firmen erzielen laut Umfrage dagegen weniger als 1 Million Franken Sportumsatz pro Jahr, rund ein Fünftel davon noch gar keinen. Da der Schweizer Markt für die meisten Geschäftsmodelle zu klein sei, erzielen 43 Prozent der Befragten bereits mehr als die Hälfte ihres Sportumsatzes im Ausland.

Grafik zur Frage, wo der Unterstützungsbedarf der Unternehmen liegt

Das Kapital ist für 58 Prozent der befragten Sportstech-Unternehmen eines der drei wichtigsten Bedürfnisse. (Source: Swiss Olympic)

Schweizer Investoren sind dem Report zufolge an rund der Hälfte der erfassten Deals beteiligt, steuern aber nur etwa 12 Prozent des offengelegten Transaktionsvolumens bei. Dieses betrage im untersuchten Zeitraum durchschnittlich rund 50 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Einen spezialisierten Sportstech-Fonds gebe es in der Schweiz nicht, alle grösseren Exits seien an ausländische Käufer gegangen. In der Umfrage zählen 58 Prozent der Unternehmen Kapital zu ihren drei wichtigsten Bedürfnissen. Den Engpass verorten die Studienverantwortlichen deshalb weniger bei der Technologie als bei deren Vermarktung.

Schlüsse aus dem Report

Als zentrale Massnahme schlägt der Report eine nationale Sportstech-Organisation vor. Diese solle regionale Initiativen vernetzen, die Interessen der Branche vertreten und den Technologietransfer zwischen Forschung, Industrie und Sport fördern. Ein eigenes Finanzierungsinstrument solle folgen, sobald genügend investierbare Unternehmen vorhanden seien. Einen möglichen Katalysator sehen die Studienverantwortlichen in einer Schweizer Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038.

Die Zahlen beruhen laut dem Report teilweise auf Hochrechnungen und Schätzungen. Die Studienverantwortlichen verstehen den Report als erste Bestandsaufnahme, die sie künftig wiederholen wollen.

 

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