Vom Crescendo zum Fall - ein Abend voller Energie
Zum letzten Mal hat die Smart Energy Party in der Umweltarena Spreitenbach stattgefunden. Eine Dirigentin, ein Stuntman und ein Kabarettist sorgten für einen energiegeladenen Abend mit Taktgefühl, Nervenkitzel und Humor. Ab 2027 werden die Scheinwerfer für das Event in Dübendorf leuchten.
Zum 13. Mal hat Electrosuisse am 22. Oktober 2026 zur Smart Energy Party in die Umweltarena Spreitenbach eingeladen. Fast 1000 Gäste aus Energie, ICT, Mobilität, Politik und Bildung haben die Gelegenheit genutzt, um sich zu vernetzen, neue Perspektiven kennenzulernen und über die Herausforderungen und Chancen der Energiewende zu diskutieren.
Noch während die Gäste nach dem Apéro ihre Plätze einnahmen, betrat Kabarettist Bänz Friedli die Bühne. Er führte die Gäste als Moderator durch den Abend und sorgte dabei mehrfach für Schmunzeln im Publikum. Als Erstes bat er Björn Avak, Geschäftsführer von Electrosuisse und Gastgeber des Abends, für ein kurzes Vorwort auf die Bühne.
So gibt man den Takt an
Den ersten inhaltlichen Beitrag lieferte daraufhin Dirigentin und Musikvermittlerin Lena-Lisa Wüstendörfer, und zwar mit einer Anekdote. So erzählte sie, dass ein Manager einmal zu ihr sagte, als Dirigentin habe sie es einfacher: Sobald sie den Taktstock hebe, schauten alle gebannt auf sie und wollten ihr folgen. Wüstendörfer sieht zwischen dem Dirigieren und dem Führen eines Unternehmens vor allem Gemeinsamkeiten.

Dirigentin und Musikvermittlerin Lena-Lisa Wüstendörfer. (Source: Netzmedien)
Auch sie will die Besten im Boot haben und ihr Team zu einer Einheit formen, die möglichst effizient das beste Resultat liefert, wie Wüstendörfer sagte. Sie verantworte das Gesamtergebnis, einen effizienten Arbeitsprozess und die Vision des Orchesters. Und am Ende sollen alle nach ihrer Pfeife tanzen, wie sie augenzwinkernd anmerkte. Entscheidend sei, dass viele Einzelne ihre Energie auf ein gemeinsames Ziel bündeln.
Ein Mann für alle Fälle
Danach stand die Umweltarena buchstäblich unter Hochspannung: Stuntman Oliver Keller sprang von der Galerie neben die Bühne und raubte dem Publikum für einen kurzen Moment den Atem. Schon als Kind träumte der Klotener davon, Stuntman zu werden, als er die Serie "Ein Colt für alle Fälle" schaute, wie er erzählte. "In meinem Kopf als siebenjähriger Schweizer hat das eingehakt - ich wollte nichts mehr anderes", sagte er.

Stuntman Oliver Keller (l.) mit Moderator Bänz Friedli. (Source: Netzmedien)
In der Schule sei er dafür ausgelacht und "Mr. Hollywood" genannt worden. Heute stünden über 200 Filme, Serien und Werbespots in seinem Lebenslauf. Seine Energie fürs Gefährliche habe er auch an Tochter Geneva weitergegeben, sagte Keller. Sie sei derzeit auf dem Weg nach Nashville, um an einer Monster-Truck-Show teilzunehmen.
Same procedure as every year
Neben dem Networking und den Speakern freuten sich die Gäste auch dieses Jahr auf das Abendessen und auf das bewährte Gastronomiekonzept. Wie jedes Jahr waren die Aufgaben am Tisch verteilt. Die Chief Drinks Officers sorgten dafür, dass niemand auf dem Trockenen sass und die Chief Salad, Food und Dessert Officers brachten die einzelnen Gänge an den Tisch.
Die kulinarische Reise führte die Gäste in diesem Jahr in den Orient. Auf den Tisch kam unter anderem Couscous und zum Dessert gab es Mahalabia. Die Spezialitäten sorgten nicht nur für Genussmomente, sondern auch für Gesprächsstoff und neue Begegnungen zwischen den Tischreihen.
Wer den Bernern einen Bären aufband
Gut gestärkt und gespannt schaute das Publikum nach dem Hauptgang auf die Bühne, wo das Intermezzo bevorstand. Den Star des Zwischenakts musste Moderator Friedli nicht lange suchen: Er kündigte kurzerhand sich selbst an. Mit Witzen über Bundesräte und Sportinterviews sorgte er für ständiges Lachen im Publikum. Zudem erzählte Friedli von seiner Bewunderung für Klaus Schädelin und dessen Lebensweise und gab seinen peinlichsten Interviewmoment preis.

Kabarettist und Star de Intermezzo Bänz Friedli. (Source: zVg)
Bei einem Interview mit der Rockband Radiohead habe er nämlich "pathetisch" prompt mit "pathetic" übersetzt, was auf Englisch so viel wie "erbärmlich" bedeutet. Von dieser Anekdote kam er auf die vielen Eigenheiten des berndeutschen Sprachgebrauchs zu sprechen.
Franz Hohler habe sich in seinen berndeutschen Geschichten dermassen über den gemütlichen Dialekt lustig gemacht, erzählte Friedli. "Das war Fantasiesprache, purlautere Parodie - er hat uns Bernerinnen und Berner dermassen durch den Kakao gezogen", schimpfte er. Das Problem dabei: Die Begriffe wurden stillschweigend ins Berndeutsche übernommen.
Licht aus in Spreitenbach
Nach Friedlis Auftritt stellte ihm der Event-Gastgeber Fragen zu seinen Themen und seiner Vorbereitung. Auf die Frage, wie er angesichts der polarisierenden und ernsten Themen der Welt seinen Humor bewahre, antwortete der Kabarettist: "Manchmal muss ich auch von der Empörung zur Leichtigkeit finden." Über die Sorgen des Alltags, darunter auch energiepolitische Themen, solle man lachen können.

Gastgeber und Electrosuisse-Chef Björn Avak. (Source: zVg)
Für Gastgeber Björn Avak stehe beim Anlass der persönliche Austausch im Zentrum. "Energiezukunft entsteht, wo Menschen und Perspektiven zusammenkommen. Die Smart Energy Party schafft den Raum für diesen Dialog und damit die Grundlage für gemeinsame Lösungen", lässt er sich in einer Mitteilung von Electrosuisse zitieren.
Das französischsprachige Pendant des Events findet am 26. November 2026 in Ecublens statt. Für die Umweltarena in Spreitenbach war es 2026 die Dernière des jährlichen Energieanlasses. Ab 2027 brennen die Lichter für den Event in "The Hall" in Dübendorf. Die Premiere der Smart Energy Party im Kanton Zürich findet am 28. Oktober 2027 statt.
Vergangenes Jahr standen an der Smart Energy Party unter anderem Deniz Kayadelen, Weltmeisterin im Eisschwimmen und "Orang-Utan-Arzt" Andreas Messikommer auf der Bühne. Den Eventbericht zur Smart Energy Party 2026 lesen Sie hier.
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