Deutschschweizer sind deutlich weniger abhängig von ihren Smartphones als Romands
Fehlt der Mobilfunkempfang oder der Internetzugang, reagieren 20 Prozent der Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer mit Angst. In der Westschweiz sind es doppelt so viele, wie eine Comparis-Umfrage zeigt. Schweizweit weisen mehr als zwei Millionen Menschen deutliche Anzeichen von Nomophobie beziehungsweise Handyabhängigkeit auf.
Menschen in der Deutschschweiz reagieren deutlich seltener mit Angst auf fehlenden Mobilfunkempfang oder eine unterbrochene Internetverbindung als jene in der Westschweiz. Laut der dritten Comparis-Umfrage zur Smartphonesucht geben 20 Prozent der Befragten in der Deutschschweiz an, sich in einer solchen Situation ängstlich zu fühlen. In der Westschweiz sind es mit 40 Prozent doppelt so viele, wie Comparis schreibt.
Auch in anderen Situationen zeigen sich regionale Unterschiede. Die Vorstellung, mindestens 24 Stunden ohne Smartphone auszukommen, beunruhige 29 Prozent der Befragten in der Deutschschweiz und 42 Prozent in der Westschweiz. Laut Comparis weisen insgesamt 28 Prozent der Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer deutliche Anzeichen von Nomophobie ("No Mobile Phone Phobia") auf - also der Angst, ohne Mobiltelefon zu sein. In der Westschweiz liege dieser Anteil gar bei 37 Prozent.

Die Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer kommen im Schnitt besser klar mit dem Gedanken, 24 Stunden ohne Smartphone zu sein, als Westschweizerinnen und Westschweizer. (Source: Comparis)
Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick führt die Unterschiede unter anderem auf verschiedene Nutzungsgewohnheiten zurück. Unter Verweis auf die James-Studie und den Digimonitor erklärt er, dass Menschen in der Westschweiz soziale Medien und digitale Angebote zur Information und Unterhaltung intensiver nutzten als jene in der Deutschschweiz.
Mehr als zwei Millionen Menschen in der Schweiz betroffen
Schweizweit zeigen gemäss der Studie 31 Prozent der Befragten deutliche Anzeichen von Nomophobie. Hochgerechnet auf die Schweizer Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren entspricht dies mehr als zwei Millionen Menschen. Weitere 7 Prozent hätten zudem ausgeprägte Anzeichen einer Nomophobie.
Besonders betroffen sind junge Erwachsene, wie Comparis feststellt. Betrachte man nämlich nur die 16- bis 35-Jährigen, zeigten sich bei 40 Prozent deutliche und bei 8 Prozent ausgeprägte Anzeichen der Handyabhängigkeit. Mit zunehmendem Alter nehme der Anteil ab: Bei den 36- bis 55-Jährigen weist knapp ein Drittel deutliche Anzeichen auf, bei den über 56-Jährigen sind es noch 19 Prozent.
Am häufigsten zeige sich die Handyabhängigkeit darin, dass Nutzerinnen und Nutzer wiederholt auf ihr Smartphone schauen, um keine Anrufe oder Nachrichten zu verpassen. Die Hälfte der Befragten berichtet laut Comparis von einem solchen Verhalten. Weitere 35 Prozent empfänden Stress, wenn sie ihr Smartphone nicht dabeihaben, 34 Prozent würden nervös, wenn der Akkustand niedrig sei.

In der Schweiz zeigen fast ein Drittel der 16- bis 74-Jährigen deutliche Anzeichen von Nomophobie, während 7 Prozent ausgeprägte Anzeichen aufweisen. (Source: Comparis)
Zur Studie
Das Marktforschungsinstitut Innofact führte die Umfrage im September 2026 im Auftrag von Comparis durch. Befragt wurden 1027 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus allen Regionen der Schweiz.
Eine andere Comparis-Studie zeigt, dass fast 50 Prozent der Schweizer Smartphone-User ein iPhone nutzen. Was sonst noch aus der Studie hervorgeht, lesen Sie hier.
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