Wenn das Smartphone zum Diagnosegerät wird
Das Stadspital Waid hat eine App zur Messung der Nierenfunktion entwickeln lassen. Damit will das Spital nicht zuletzt auch auf sein Innovationspotenzial aufmerksam machen.
Das Zürcher Stadtspital Waid hat von Forcklabs.com eine iPad-App zur Messung der Nierenfunktion entwickeln lassen: der Nephrolator. Die App ist seit Oktober 2013 in sieben Sprachen erhältlich (Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch, Spanisch und Schweizer Deutsch) und wurde gemäss Maurice Codourey, Projektverantwortlicher und Leiter Kommunikation und Marketing beim Waidspital, bisher 420 Mal heruntergeladen.
Der Nephrolator berechnet anhand des Laborparameters Serumkreatinins sowie Angaben zu Alter, Grösse, Gewicht und Geschlecht des Patienten den so genannten Kreatinin-Clearance, ein diagnostisches Werkzeug zur Erfassung einer Niereninsuffizienz. Maurice Codourey zufolge richtet sich die Medical App damit primär an Hausärzte, Ärzte in Spitälern und Kliniken sowie an andere medizinische Leistungserbringer.
Die Vorläuferversionen der App waren zunächst ein Excel-basierter, später ein Flash-basierter Rechner. Letzterer wurde gemäss Maurice Codourey zwischen 2012 und 2014 174 Mal heruntergeladen, was das Stadtspital Waid motivierte, eine iPad App zu entwickeln. Diese entstand in Zusammenarbeit mit René Geiger von Forcklabs und "unter konsequenter Anwendung der Apple UI-Guidelines" und Berücksichtigung des Grundsatzes "eine Funktion für eine App".
Mit Blick auf den Datenschutz habe sich das Stadtspital Waid entschieden, auf eine Integration von Kommunikationswegen wie E-Mail zu verzichten. Auch erlauben die erfassten Daten gemäss Maurice Codourey keine Rückschlüsse auf die Patienten, womit das Arztgeheimnis auch bei einem Diebstahl des Geräts bewahrt bleibe. Schliesslich bietet der Nephrolator auch keine Export-Funktion: Ärzte sollen die App zusammen mit dem iPad als Diagnosegerät benutzen, erklärt der Marketingleiter.
Für das Stadtspital Waid ist der Nephrolator nicht zuletzt das zeitgemässe und passende Mittel, um innerhalb der Kampagne "Ihr Spital der Wahl" auf sich aufmerksam zu machen, erklärt Maurice Codourey. Mit dieser mHealth-Entwicklung zeige das Stadtspital nämlich, dass es mehr als das Standardangebot zu bieten habe und bei Gesundheitsinnovationen grosses Potenzial aufweise.
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