BPM-Symposium in Winterthur

Perspektiven eines ganzheitlichen Prozessmanagements

Uhr | Aktualisiert

Die ZHAW lud gestern gemeinsam mit Soreco zum BPM-Symposium nach Winterthur ein. Präsentiert wurde unter anderem eine Studie zu Perspektiven eines ganzheitlichen Business Process Managements.

Gestern hat an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur das BPM-Symposium stattgefunden. Organisiert wurde der Anlass vom Institut für Wirtschaftsinformatik der ZHAW School of Management and Law, sowie von der Softwarefirma Soreco mit Hauptsitz im zürcherischen Schwerzenbach. Offizielles Ziel des Tages war es, BPM-Anwender, Forscher und Führungskräfte zu versammeln und ihnen Kenntnisse zu vermitteln, die für den Geschäftsalltag nützlich sind.

Eröffnet wurde das Symposium von Thomas Keller, Professor an der ZHAW, der das Programm vorstellte. Er übergab schliesslich das Wort an Tanja Herdt, Leiterin des Forschungsschwerpunkts "Products & Spaces" an der Zürcher Hochschule der Künste (ZhdK) und von Beruf Architektin. Der eine oder andere im Publikum war wohl erstaunt, dass die erste Rednerin an einem BPM-Forum ausgerechnet eine Kunstdozentin war. Im Verlaufe ihres Vortrags wurde jedoch klar, weshalb sie eingeladen wurde. Wie sie anhand der Arbeiten des Engländers Cedric Price ausführte, kann sogar in der Architektur die Arbeit prozess- und nicht produktorientiert stattfinden. Dadurch tauchen auch Fragestellungen des BPM in diesem Bereich auf.

Business-Process-Management-Studie 2014

Nach Herdt übernahmen Claudia Pedron und Elke Brucker, Forscherinnen an der ZHAW, das Wort. Sie stellten die neue Business-Process-Management-Studie der Hochschule vor. Diese trägt den Titel "Status quo und Perspektiven eines ganzheitlichen Geschäftsprozessmanagements". Wie die beiden Damen erklärten, ist die Studie die Fortsetzung einer ähnlichen Erhebung aus dem Jahr 2011.

Fokus der diesjährigen Ausgabe der Studie waren die drei Aspekte strategische Orientierung, prozessorientierte Organisation sowie Methoden und Technologien. Sie analysierte die Ausprägung dieser Elemente, um Rückschlüsse auf den Stand des ganzheitlichen Geschäftsprozessmanagements in Organisationen in der DACH-Region zu ziehen. Als Ausgang für die Untersuchung wurde die Hypothese verwendet, dass nur die integrierte Betrachtung aller Gestaltungsebenen ein wirksames Geschäftsprozessmanagement ermöglicht, wobei der Einsatz von Technologie bei den Übergängen zwischen den Ebenen eine entscheidende Rolle spiele.

Die Forscherinnen konnten in ihrer Studie herausfinden, dass innert der letzten drei Jahre der selbst eingeschätzte Reifegrad der Studienteilnehmer stark zunahm. Dies bedeutet, dass das Bewusstsein für BPM in den allermeisten Branchen zugenommen hat, und dass das Thema einen festen Platz im Spektrum betrieblicher Aktiväten einnimmt. Befragt wurden dieses Jahr vor allem Personen mit spezifischen BPM-Rollen, was die Validität dieses Ergebnisses weiter unterstützt.

BPM ist in den Führungsetagen angekommen

In der Studie stachen ausserdem besonders die Branchen Informatik, Beratung, Energie- und Wasserversorgung, Handel, Logistik sowie Telekommunikation hervor. Gerade dort, so zeigte sich, ist die strategische Ausrichtung des BPM in den Führungsetagen der Unternehmen angekommen.

Weitere Erkenntnisse der Studie betrafen die prozessorientierte Organisation und den IT-Einsatz. Mehr als die Hälfte der Befragten habe angegeben, dass die prozessorientierte Organisation wesentlich für ein erfolgreiches Geschäftsprozessmanagement sei. Des Weiteren konnten die Forscherinnen ein Bekenntnis zur End-to-End-Prozessperspektive konstatieren. Die Entwicklung zu einer umfassenden IT-Unterstützung, auch über eine dokumentierende Modellierung hinaus, sei klar erkennbar.

Referenten aus der Praxis

Nebst der Perspektive der akademischen Forschung kamen am BPM-Symposium aber auch die Erfahrungen aus der Praxis nicht zu kurz. So referierten beispielsweise Alexandra Zimmermann, Bereichsleiterin Informatik der SBB-Immoblien-Division oder Michael Maiss, Head of Business Performance Management bei Alstom, zur Motivation und zum Stand des Geschäftsprozessmanagements in ihren Unternehmen.

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