Fachkräfteindex

"Gesucht wird der perfekte Kandidat"

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Die Nachfrage nach IT-Spezialisten ist laut dem Fachkräfteindex von Hays in den ersten Quartalen des laufenden Jahres ­deutlich eingebrochen. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die ­Stellensuchenden. Spezialisten sind aber ­weiterhin gefragt.

Die Grafik zeigt die nachgefragten Skills während den letzten vier Jahren. (Quelle: Netzmedien)
Die Grafik zeigt die nachgefragten Skills während den letzten vier Jahren. (Quelle: Netzmedien)

IT-Fachkräfte sind in der Schweiz weniger gefragt. Dies ergibt sich aus dem Fachkräfteindex des HR-Spezialisten Hays für das erste Halbjahr dieses Jahres. Im Index erhebt Hays die Veränderung der Nachfrage im Vergleich zum Ausgangsjahr 2011. Werte über 100 zeigen eine positive Entwicklung der Nachfrage im Vergleich zum Referenzjahr an.

Bis Mitte 2014 waren IT-Spezialisten in allen Segmenten sehr begehrt. Die Indexwerte erreichten teilweise Höhen von 200 und mehr Punkten. Seitdem ist die Nachfrage  durchgehend stark rückläufig. Damit liegt der IT-Bereich aber grösstenteils im Trend für die gesamte Schweiz, denn überall wird die Stimmung schlechter. Laut Hays ist der Negativtrend der IT leicht stärker.

Am deutlichsten war der Rückgang bei SAP- und IT-Beratern. Der Wert halbierte sich bei SAP-Beratern in einem Jahr von 144 auf nur noch 73 Punkte und bei den IT-Beratern von knapp 200 auf 112 Punkte. Die Gesamtnachfrage, also der Durchschnitt über alle Segmente, verringerte sich im gleichen Zeitraum von 175 auf nunmehr 110 Punkte.

Am stärksten ist noch die Nachfrage nach Webentwicklern. Bei ihnen liegt der Indexwert immerhin noch bei 124 Punkten. Ende 2014 betrug die Nachfrage aber noch knapp 200 Punkte.

Ansprüche sind hoch

Laut Dominik Rainer, Department Manager im Bereich IT-Skills bei Hays, steht der deutliche Rückgang in enger Verbindung mit der Aufhebung der Euro-Franken-Untergrenze und der Unsicherheit durch die Masseneinwanderungsinitiative. Viele Firmen würden dadurch mit Neueinstellungen abwarten und hätten sogar Projekte gestoppt.

In bestimmten Bereichen würden Fachspezialisten aber weiterhin händeringend gesucht. Für diese Stellen hätten die Unternehmen die Ansprüche aber sehr hoch geschraubt. Sie suchen sozusagen den «perfekten Kandidaten» und würden daher kaum fündig. «Im Zweifelsfall besetzt man die Stelle lieber nicht», beschreibt Rainer die aktuelle Situation.

Schnelle Besserung nicht in Sicht

Rainer erwartet keine schnelle Besserung der Situation. Durch die Euro-Krise und die schwierige Situation in China gebe es viel Unsicherheit. Eine Prognose für die Entwicklung nach der Sommerpause wagte Rainer nicht.

Stellensuchenden rät er zu viel Ausdauer und Geduld. «Gute Bewerbungsunterlagen» und gezielte Bewerbungen seien seiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg.

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