ICT-Lehrbeginnerbefragung 2015

Jugendliche wollen nach ICT-Lehre zu Grossunternehmen

Uhr | Aktualisiert

Informatik- und Mediamatiklernende im ersten Lehrjahr sind mit ihrer Berufswahl zufrieden. Das zeigt eine repräsentative Studie von ICT-Berufsbildung Schweiz.

Das Institut für Wirtschaftsstudien Basel hat im Auftrag von ICT-Berufsbildung Schweiz 1024 ICT-Lernende zu ihrer Berufswahl befragt. Die Befragung (PDF) fand in der deutschen und französischen Schweiz statt, 4 Monate nach Lehrbeginn 2015. In der Schweiz begannen im August rund 2400 Jugendliche eine ICT-Lehre. Neun von zehn Befragten würden diese ihren Freunden weiterempfehlen. Der Frauenanteil in den ICT-Berufen steigt laut ICT-Berufsbildung Schweiz jährlich um etwa ein Prozentpunkt. Aktuell liegt er bei 14 Prozent, in der Mediamatik bei 40 Prozent.

Die Informatiklehre in der Schweiz wird in einer der drei Fachrichtungen Applikationsentwicklung, Systemtechnik und Betriebsinformatik absolviert und dauert 4 Jahre. Die Mediamatikausbildung dauert ebenfalls 4 Jahre. 2 Jahre dauert die Lehre zum Informatikpraktiker. Maturanden können die Informatik- oder Mediamatiklehre auch als verkürzte Lehre "Way-up" absolvieren. 

Der Lohn ist zweitrangig

Knapp ein Viertel der Befragten fand die Lehrstellensuche schwierig. Die Zahl an ICT-Lehrverhältnissen wächst aktuell überdurchschnittlich. In den letzten acht Jahren sind rund 2300 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen worden. Dies reiche jedoch nicht aus, um den wachsenden Fachkräftebedarf in der Schweiz zu decken, sagt ICT-Berufsbildung Schweiz.

Die Hälfte der Befragten prüfte als Alternative zur Informatik- oder Mediamatikausbildung die kaufmännische Lehre oder das Gymnasium. Die vielversprechenden Zukunftsaussichten der ICT-Berufe und ein frühes Interesse an der Informatik waren die ausschlaggebenden Gründe für die Berufswahl. Der Lohn spielte nur eine untergeordnete Rolle. "Die Informatiklehre wird zunehmend zu einem Erstwahlberuf vergleichbar mit der Kaufmännischen Lehre, welche den Lernenden viele Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet", schreibt ICT-Berufsbildung Schweiz. Die überdurchschnittlich hohe Berufsmaturitätsquote von beinahe 50 Prozent verdeutliche das.

Beliebte Grossunternehmen

49 Prozent aller ICT-Lernenden in der Schweiz absolvieren ihre Lehre in einem kleinen oder mittleren Unternehmen. IT-Dienstleister bieten rund 25 Prozent der Ausbildungsplätze für Informatiker an. Sie stellen damit die stärkste Ausbildungsbranche dar. Zwei von drei Lernenden möchten nach der Lehre bei einem Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern arbeiten. Rund 50 Prozent der befragten Jugendlichen fanden ihre heutige Lehrstelle über eine Schupperlehre.

Die Lehrbeginner schätzen die Informatikberufe als dienstleistungsorientiert und kommunikativ ein und haben darüber hinaus ein technisches und analytisches Berufsbild. Für Mediamatiklernende ist die Kreativität zudem ein wichtiges Berufswahlkriterium. Das Image des Computernerds gehöre definitiv der Vergangenheit an, schreibt ICT-Berufsbildung Schweiz.

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