ICT-Ausblick

Was 2016 bringt

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Traditionell ist das Jahresende die Zeit, um in die Zukunft zu schauen. Auch in diesem Jahr haben diverse Marktforscher wieder ganz tief in die Kristallkugel geblickt. Die Redaktion hat sich durch den Berg der Studien gekämpft und die ­wichtigsten Prognosen zusammengetragen.

Was wird das Jahr 2016 bringen? Welche Technologien stehen vor dem Durchbruch? Worauf sollten sich IT-Entscheider vorbereiten? Diese Fragen zu beantworten, ist nicht einfach. In jedem Jahr gibt es eine Fülle von Prognosen diverser Marktforscher, die sich dann tatsächlich bewahrheiten – oder auch nicht.

Dinge vernetzen sich immer mehr

Das Internet der Dinge (IoT) ist definitiv ein Steckenpferd der Marktforscher von Gartner. Kaum eine Konferenz, an der nicht die Gartner-Prognose zitiert wird, dass bis zum Jahr 2020 21 Milliarden Geräte am Internet der Dinge hängen werden. Entsprechend erwarten die Marktforscher von Gartner auch ein deutliches Wachstum in diesem Bereich. 2016 sollen im Schnitt jede Minute Geräte im Wert von 2,6 Millionen Dollar im Bereich IoT abgesetzt werden.

Ganz unter diesem Eindruck stellte Gartner seinen Ausblick auf das kommende Jahr unter das Motto "Mesh", was in etwa mit Gewebe oder Netzwerk übersetzt werden kann. Unter "Device Mesh" verstehen die Forscher ein wachsendes Gewebe von Geräten und "Endpunkt-Nutzern". Diese Geräte werden vermehrt genutzt, um auf Applikationen zuzugreifen, Informationen zu gewinnen, oder mit Personen, sozialen Gruppen, Regierungen sowie Geschäften zu interagieren. Dazu zählen mobile Geräte, Wearables und auch Hauselektronikgeräte.

Des Weiteren spricht Gartner von einem "digital Mesh". In diesem bestehen Informationen nicht mehr nur aus Text, Audio und Video. Sondern auch Daten von Sensoren und kontextuelle Informationen fliessen in das Gewebe mit ein. Um den Überblick über dieses Mesh zu bewahren, werden laut Gartner das fortgeschrittene Maschinenlernen und virtuelle neuronale Netze wichtiger werden.

Durchbruch für die virtuelle Realität?

Etwas visionärer ist der Blick von Juniper Research auf das kommende Jahr. Für die Forscher wird sich 2016 klären, ob sich die virtuelle Realität durchsetzen kann. Firmen wie Oculus, Sony und auch HTC haben neue VR-Brillen angekündigt. Laut Juniper wird sich zeigen, ob diese sich sowohl im Consumer-Bereich als auch im Business werden durchsetzen können. Sie könnten die Unterhaltungsindustrie durcheinanderwirbeln und auch neue Möglichkeiten in der Medizin eröffnen.

Juniper erwartet zudem, dass Roboter auch in das Konsumentenumfeld vorstossen werden. Wearables finden ihren Weg an den Arbeitsplatz und der Wettlauf um die 5G-Technologie wird richtig Fahrt aufnehmen, wie die Analysten berichten. Auch die Finanzindustrie werde umkrempelt. Insbesondere durch die Blockchain-Technologie. Das Thema Crowdfunding werde gerade für Start-ups an Bedeutung gewinnen, prognostiziert Juniper weiter.

Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit

Bei allen Prognosen nimmt der Sicherheitsaspekt einen grossen Stellenwert ein. Die vielen Datenlecks im Jahr 2015 seien ein Beleg dafür, dass hier noch einiges zu tun sei. Mehr als die Hälfte aller deutschen Firmen geht laut einer Umfrage des deutschen Vereins "Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit" von deutlich steigenden Ausgaben für die Sicherheit aus. Besonders die Sicherung von Daten und die Gewährung des Datenschutzes werden als grösste Aufgaben gesehen.

In der Schweiz sieht es nicht anders aus. Laut den Zahlen von MSM Research entfällt bereits jetzt jeder achte Franken bei den IT-Ausgaben auf das Thema Sicherheit. MSM Research erwartet keine Reduktion in diesem Feld.

In einer Prognose nennen McAfee Labs und Intel Security die aus ihrer Sicht grössten Bedrohungsherde. Weiter zunehmen sollen Angriffe auf Hard- und Firmware sowie auf Mitarbeitersysteme.

Ransomware bleibe ein wichtiges Thema, wobei Cyberkriminelle zunehmend auch Dienste wie Ransomware-as-a-Service-Angebote nutzen würden. Das Schlagwort Crime-as-a-Service verdeutlicht diese Entwicklung. Die Angreifer werden dabei professioneller und auch das Angebot an Cyber-Crime-Dienstleistungen steige stetig, sagte auch Marc Henauer, Operativer Chef der Melde- und Analysestelle Informationssicherung, im November auf dem IT Security Day.

Weiterhin rückten Wearables immer mehr in den Fokus von Kriminellen, da dort sehr sensible Daten abgegriffen werden könnten. Durch den zunehmenden Einsatz von öffentlichen und privaten Cloud-Umgebungen steige deren Attraktivität für Kriminelle stark, berichten die Spezialisten. Als neues Thema werde  die Sicherheit in Automobilen auf die Agenda treten, warnen die Sicherheitsforscher von McAfee Labs und Intel Security.

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