Studie

Work-Life-Balance für IT-Beschäftigte besonders wichtig

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Flexibilität und ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit sind Schweizer Angestellten sehr wichtig. Insbesondere IT-Spezialisten gewichten diese Aspekte sehr hoch, wie eine Studie zeigt. In einigen Punkten unterscheidet sich die Schweiz aber vom europäischen Ausland.

(Quelle: Stockxchng)
(Quelle: Stockxchng)

In seinem "Global Workforce Index" hat das Beratungsunternehmen Kelly Services untersucht, welche Punkte Angestellten bei der Beurteilung ihres Arbeitgebers besonders wichtig sind. Rund drei Viertel aller Arbeitnehmer betrachten gemäss Studie die Balance zwischen Arbeit und Freizeit sowie ein hohes Mass an Flexibilität als ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers.

Dabei gibt es zwischen Männern und Frauen nur geringe Unterschiede. Frauen gewichten den Aspekt mit 78 Prozent leicht höher als Männer (72 Prozent). Schweizer gewichten diesen Punkt deutlich höher als Arbeitnehmer im europäischen Ausland. Dort liegt der Wert geschlechterunabhängig bei 63 Prozent.

Erwartungen der Schweizer Arbeitnehmer haben sich verändert

Laut Studie erklären sich 41 Prozent der Befragten in der Schweiz sogar bereit, auf einen höheren Lohn oder Beförderungen im Gegenzug für mehr Flexibilität zu verzichten. Dies sind deutlich mehr als in Europa, wo nur 32 Prozent dafür bereit wären.

"Die Erwartungen der Schweizerinnen und Schweizer an die Arbeit haben sich stark verändert. Früher standen primär die Entlohnung und das Verantwortungsgebiet im Mittelpunkt", ordnet Marcel Keller, Country General Manager Kelly Switzerland and Group Leader Switzerland, Italy and Hungary, die Ergebnisse ein.

Arbeitgeber müssen auf Interessen eingehen

Einen hohen Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance legen gemäss Studie vor allem gut ausgebildete Arbeitskräfte sowie Personen aus den Bereichen Informationstechnologien, Finanzen und Naturwissenschaften. Arbeitnehmer in diesen Branchen haben gemäss Keller die Wahl, "wo und wie sie arbeiten wollen".

Daher müssten sich Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Köpfe verstärkt auf die Interessen dieser Personen ausrichten. Dazu zählen auch "Mentoring-Programme, Möglichkeiten der ehrenamtlichen Tätigkeit, Kinderbetreuungsangebote, Unterstützung bei Pflegeaufgaben, die Möglichkeit für einen Sabbatical und bezahlte Ferien".

Unterschiedliche Gewichtung in der Schweiz und in Europa

Im Vergleich zu Europa setzen die Schweizer Angestellten teilweise andere Schwerpunkte. Deutlich wichtiger sind hierzulande eine Begrenzung der beruflichen E-Mail-Kommunikation ausserhalb der Arbeitszeiten (27 zu 18 Prozent) und Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement (15 gegenüber 11 Prozent).

Deutlich weniger Gewicht habe in der Schweiz im Vergleich das Arbeitsumfeld (40 statt 51 Prozent), bezahlte Ferien und Krankentage (32 gegenüber 43 Prozent) und die Begrenzung der Arbeitszeit ausserhalb der üblichen Bürozeiten (31 im Vergleich zu 38 Prozent).

Kaum Unterschiede gab es hingegen in den Bereichen Gesundheitsförderung, Möglichkeiten zur Mitarbeit an innovativen Projekten und Ermutigung, vom Arbeitgeber die vereinbarten Ferien ganz zu beziehen.

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