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Cloud Computing im Schweizer KMU-Markt 2019

Uhr | Aktualisiert

2019 dürften die ICT-Ausgaben der kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) in der Schweiz nicht mehr auf dem Niveau des Vorjahres zulegen. Wir gehen aktuell davon aus, dass die Zuwachsraten der ICT-Budgets zwar immer noch leicht über denjenigen der Grossunternehmen (ab 500 Mitarbeiter) liegen, aber sich ebenso wie diese im Vergleich zu 2018 leicht abschwächen werden.

(Source: Pixabay)
(Source: Pixabay)

In diesem Jahr rechnen wir mit einem Anstieg der ICT-Ausgaben im KMU-Markt um 4,6 Prozent auf insgesamt 12,15 Milliarden Franken. Dies entspricht einem geringfügigen Rückgang der Wachstumsrate um 0,2 Prozent gegenüber 2018. Damit werden 2019 die Budgets der KMUs total immer noch um mehr als 500 Millionen Franken aufgestockt.

Einer der zentralen Pfeiler des derzeitigen Wachstums ist der Big Shift, also der Paradigmenwechsel im Bereich des ICT-Betriebs. Damit ist die zunehmende Verlagerung des Betriebs zu externen Dienstleistern gemeint. Wir gehen davon aus, dass 2019 die Ausgaben für den traditionellen ICT-Eigenbetrieb der KMUs um annähernd 10 Prozent sinken, während sie für externe Managed und Cloud-Services um rund 17 Prozent zulegen werden. Während die Ausgaben für die intern betriebene Informatik der KMUs geschrumpft sind, flossen 2018 mehr als 3,7 Milliarden Franken in die Taschen externer Sourcing-Dienstleister. Wir rechnen damit, dass die entsprechenden KMU-Budgets für Sourcing-Services 2019 um rund 17 Prozent aufgestockt werden. Die Form des reinen ICT-Eigenbetriebs ist angezählt, das einstige Zentrum der Informatik verliert an Bedeutung. Die Kompassnadel zeigt in Richtung externe Dienstleistungen, Richtung Cloud Computing und Managed Services.

Erster Faktor: Sicherheit

Hybride Umgebungen dominieren bereits heute den ICT-Betrieb in vielen KMUs. Entsprechend hoch sind hier die Anforderungen an den Datenschutz, die Compliance und die ICT-Sicherheit. Das Management dieser gemischten, komplexen Umgebungen stellt höchste Ansprüche an die Verantwortlichen, denn eine einwandfreie Interoperabilität zwischen externer Cloud und On Premises bildet die Grundlage für einen reibungslosen Betrieb.

Gerade für Schweizer KMUs ist der Sicherheitsaspekt heute einer der wichtigen, wenn nicht entscheidenden Antriebsfaktoren, in die Cloud zu wechseln. Waren es ursprünglich genau diese Sicherheitsbedenken, welche die kleineren und mittleren Unternehmen davon abhielten, sich für einen Wechsel in die Cloud zu entscheiden, sehen sich viele dieser Unternehmen heute kaum mehr in der Lage, die steigenden Sicherheits-, Compliance- oder Betriebsanforderungen zu erfüllen. Externe Cloud-Provider mit ihren Datacenter-Sicherheitskonzepten und Massnahmen bieten einen Standard, der die eigenen Mittel und Möglichkeiten übersteigt.

Zweiter Faktor: Standort

Für die überwiegende Mehrheit der Verantwortlichen spielt die lokale Nähe zum Cloud-Service-Anbieter eine bedeutende Rolle, die Sicherheits- und Standortfrage wird so oftmals zum "Killer-Kriterium" im Entscheidungsprozess. Dabei sind es nicht nur regulatorische oder gesetzliche Gründe, die den Standort Schweiz vorschreiben. Knapp die Hälfte der Befragten unserer neuen Cloud-Studie bevorzugt einen lokalen Anbieter, mit Blick auf möglichst kurze Anfahrts- beziehungsweise Eskalationswege im Falle von Störungen oder Problemen. Auch hier sind es vorab KMUs, die diese Komfortzone schätzen – das heisst eine akzeptable Distanz zum Provider – und diesem Entscheidungskriterium grosses und allenfalls ausschlaggebendes Gewicht beimessen.

Lokale Angebote und auf die einzelnen Zielgruppen ausgerichtete Services verschaffen heute einem Cloud-Anbieter in der Schweiz damit entscheidende Vorteile in einem immer mehr standardisierten und vergleichbaren Wettbewerb.

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